„Boxing Day“ in Ludwigsfelde

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EDEKA-Cup für D-Juniorinnen

27.12.2018 von Micha

Wie in England wird auch in Ludwigsfelde zwischen den Feiertagen durchgespielt. In diesem Fall Hallenfußball, und zwar richtiger Hallenfußball!! Es finden jede Menge Turniere quer durch alle Altersklassen für Jungs bzw. Mädchen statt. Sie werden vom Ludwigsfelder FC organisiert, von verschiedenen Sponsoren unterstützt und haben einen angenehmen Nebeneffekt: Da die Stadtsporthalle zentral in einem Einkaufszentrum liegt, kann wer will nebenbei auch ein paar Silvestereinkäufe erledigen. Nachdem am Vormittag die E-Juniorinnen am Start waren und unsere Turbinen als strahlende Sieger hervorgingen (Bericht von Edison folgt), waren am Nachmittag die D-Mädchen an der Reihe.
Da beide Turniere mit einer Stunde Mittagspause nacheinander stattfanden, hieß das nicht nur für mich und Edison (bis er zur Arbeit musste) Doppelschicht, sondern auch für Trainerin Bettina Stoof, die beim E-Turnier Trainer Patrick Mackaus vertrat. Aber auch Bambinitrainerin Anika Augsten war mit Tochter Sara (dürfte inzwischen Jedem bekannt sein) und U15-Keeperin Annalena Kulbe durchgehend vor Ort und erledigte für Bettina den Schreibkram. Und auch die beiden Schiris fuhren Doppelschicht. Wie beim E-Turnier zeigten sie auch hier eine 1A-Leistung! In Zeiten, wo Alles auf die Schiris „einprügelt“ sollte man sie auch loben, wenn sie es verdient haben. Der Eine von Beiden war selbst noch ein Junge und beim D-Turnier kleiner als die meisten Spielerinnen. Trotzdem wusste er sich durchzusetzten. Na ja, seine Stimme (Lautstärke) wird sicher noch mit ihm mitwachsen. Aber zum Turnier:


Begrüßung
„Schaut euch die Ultras auf der Tribüne an“

Sieben Mannschaften traten an und so wurde bei 1×8 Minuten und einer Teamstärke von 1+4 eine einfache Runde „Jeder gegen Jeden“ gespielt, wobei die beiden Teams des gastgebenden Ludwigsfelder FC das Turnier mit dem Spiel „Wir gegen Uns“ eröffneten. Danach waren unsere Turbinchen gegen die SG Südstern Senzig an der Reihe. Von Anfang an hatten unsere Mädels das Spiel im Griff, so daß sich Keeperin Celine, je nach Situation, an der Mittellinie als zusätzliche Feldspielerin „herumtrieb“. Dies hatte Bettina ihr als taktische Aufgabe mitgegeben und Celine zog es im gesamten Turnier, je nach Situation, durch. Da es in der Halle mit Tempo zugeht, ist Wachsamkeit ein probates Mittel. Nach zwei Minuten schnappte sich Mille einen gegnerischen Abstoß und eh die Keeperin reagieren konnte, wurde sie von Mille getunnelt – 1:0. Eine Minute später dribbelte sich Lucy durch alle Reihen und erhöht auf 2:0. In der Folge ließen unsere jungen Ladies einige gute Gelegenheiten liegen, u.a. Mille mit einem schönen Schrägschuß. ich machte mir so meine Gedanken: bei Hallenturnieren (egal nach welchem Modus) wird oft das Torverhältnis interessant. Aber in der Schlußminute (8.) zerstreuten die Mädels meine Bedenken. Eine Ecke von Jojo drückte Mille zum 3:0 über die Linie und mit dem letzten Angriff zauberte Elli ein wenig: fast von der Grundlinie jagte sie den Ball mit links zum 4:0-Endstand ins lange Eck – Schööön! So waren unsere Mädels „drin“ im Turnier.


Mille auf der Jagd,
Elli (li.) und Lucy (hinten) schauen zu


Jetzt geht’s andersrum „und hinterher!“


Die Flugrichtung stimmt schon mal

Ich schaute mir auch die anderen Teams an und kam zu der Erkenntnis: hier geht heute nicht nur „Was“, sondern „sehr Viel“, wenn unsere Turbinen ihr Können abrufen. Zunächst hieß es, gegen die zweite Vertretung des gastgebenden LFC zu bestehen. Nun, es waren 30 Sekunden gespielt. Zwei Einschußmöglichkeiten wurden schon vergeben, als sich Lucy sagte: „Jetzt reicht’s!“ und den Ball zum 1:0 über die Linie drückte. Nach vier Minuten leistete Jojo über rechts die Vorarbeit, Mille am langen Pfosten nahm den halbhohen Ball volley und es stand 2:0. Aber der LFC hielt dagegen. So musste Celine in der 6. Minute trotz Sichtbehinderung blitzschnell abtauchen. Eine Minute später hatten die Turbinen das Glück auf ihrer Seite, als der LFC freistehend verzog. So wurde mal wieder in der Schlußminute der Drops gelutscht – ein langer Ball auf „Samie“ und die ließ sich die Chance gegen ihre ehemaligen Mitspielerinnen nicht entgehen – 3:0. „Samie“ ? Sie kam im Sommer aus Ludwigsfelde zu uns, heißt Desamie Keydel und möchte unter keinen Umständen „Desi“ genannt werden. Leider verpasste sie damals die Wechselfrist, so daß sie erst seit gut drei Wochen für Turbine spielberechtigt ist.


Elli kommt von hinten


Elli ……und „immer an der Wand lang“


Auch Celine hat ’n schönen Bums

Im dritten Spiel ging es wieder gegen die Gastgeberinnen vom LFC – diesmal gegen die erste Vertretung. Und hier ließen unsere Turbineladies nun gar nichts anbrennen. Mille prüfte gleich mal, ob die Latte noch hält, Elli’s Nachschuß sah die Keeperin auf dem Posten. Nach zwei Minuten machte es Elli besser: einen Drehschuß schickte sie zur 1:0-Führung ins lange Eck. Das war ein Tor für’s Auge! Noch in der selben Minute prüfte Aimie die Keeperin, um im Nachsetzen auf 2:0 zu erhöhen. Nachdem Mille in der 3. Minute auf 3:0 erhöhte, gab’s in der 6. Minute 2x Eckball für Turbine. Die erste trat Samie und Jojo setzte den Ball an den Pfosten. Gut gezielt (grins)! Die zweite Ecke trat Elli und diesmal zielte Jojo richtig – 4:0. In der Folgeminute ging Lucy ab durch die Mitte und erhöhte auf 5:0. In den Schlußsekunden versuchten unsere Mädels, Samie nochmal in Schußposition zu bringen. Aber der Ball setzte auf und so konnte sie ihn beim besten Willen nicht mehr kontrollieren. Wäre auch ein bisschen gemein gewesen, wenn sie gegen beide Teams ihrer ehemaligen Mitspielerinnen getroffen hätte. So blieb’s beim 5:0 und unsrere Mädels hatten nach drei Spielen drei Siege mit 12:0 Toren zu Buche stehen. Sie waren also mittendrin, statt nur dabei. Das waren aber auch die Mädels vom BSC Preußen 07 und es zeichnete sich ab, daß die Entscheidung zwischen den Preußen-Ladies und unseren Turbinen fallen wird. Dahinter befand sich der LFC II in Lauerstellung und nutzte dann zwischenzeitlich seine Chance mit einem 2:1 gegen die Preußen, was natürlich unseren Mädels in die Karten spielte.
Zunächst ging’s für Turbine gegen den FSV Viktoria Brandenburg weiter. Auch hier ging’s gleich voll zur Sache. nach 90 Sekunden hatten unsere Mädels drei ungenutzte Hochkaräter zu Buche stehen. Nach 96 Sekunden traf dann Elli aus der Drehung zum 1:0. Einen herrlichen Konter nutzten die Viktorianerinnen freistehend zum Ausgleich. Aber das erste Gegentor juckte unsere Mädels nicht, denn schon im Gegenzug brachte Elli unsere Turbinen mit dem 2:1 erneut in Front. Überhaupt schien Elli in diesem Spiel richtig Hunger zu haben. In der 4. Minute nutzte sie einen Abstauber nach einem abgewehrten Jojo-Schuß zum 3:1 und somit zu ihrem dritten Tor. Ihren richtigen Hattrick schaffte sie einen Minute später, als sie noch einen draufsetzte und wieder ein wenig zauberte: mit dem rechten Fuß lupfte sie den Ball über sich selbst auf ihren linken Fuß und hämmerte ihn zum 4:1 in die Maschen. Nun hatte sie genug, denn den 5:1-Endstand „durfte“ Jojo besorgen.


Zufriedene Turbinen nach dem Spiel

Der Turnierverlauf zeigte: „Hinten“ in der Tabelle war’s abwechslungsreich und jedes Team machte seine Punkte, „Vorn“ wurde es spannend, denn der LFC II hatte zumindest noch die Chance, den BSC Preußen oder unseren Turbinen in die Suppe zu spucken. Also hieß es: voll konzentriert weitermachen – auch gegen den SV Stern Britz, bis dahin von der Papierform her eine klare Sache. Aber Papier ist geduldig und das Spiel zeigte wieder einmal, daß Fußball zum Großteil auch eine Kopfsache ist. Zwar hatten unsere Turbinen das Spiel im Griff und ließen den Gegnerinnen kaum eine Chance. Aber was sie vorn an Chancen versiebten…… Mitunter war es schwerer, NICHT zu treffen. Aber das sagt sich so einfach, wenn man draußen sitzt. Fast waren die letzten zwei Minuten angebrochen und es stand immer noch 0:0. Das hätte wiederum dem BSC Preußen in die Karten gespielt. Hätte…., denn Elli (7.) schickte den Ball per Bande zu Jojo, die zum ersehnten 1:0 ins lange Eck einschob. Ich glaube, es waren schon junge Felsen, die den Mädels samt Anhang da vom Herzen fielen. Unsere Mädels nahmen den Schwung gleich mit. Noch in der selben Minute nutzte Aimie ein Zusammenspiel mit Mille zum 2:0-Endstand.


Rasant nach vorn


Die Bande als Mitspieler

Mittlerweile stand fest: der LFC II kommt über Platz 3 nicht hinaus. So hatten die Ansetzer ein glückliches Händchen, als sie das Spiel Turbine – BSC Preußen als für beide Teams das letzte Spiel ansetzten. So wurde es ein Endspiel. Und obwohl unsere Turbinchen im Laufe des Turniers eine Unmenge guter Möglichkeiten versiebten, haben sie doch auch fleißig getroffen und sich bis dato ein Torverhältnis von 19:1 erarbeitet. Somit hätten sie sich für den Turniersieg selbst eine 0:5-Niederlage leisten können. Aber wenn schnell zwei Gegentore fallen (im Turnier oft genug passiert), dann….. wird es eine Kopfsache. Und die Preußen-Ladies glaubten an ihre Chance….
…..so daß dem Turbineclan gleich mal der Schreck in die Glieder fuhr: Mit dem ersten Angriff holte der BSC eine Ecke heraus. Die kam flach herein, unsere Mädels spielten „ich hab ihn sicher, nimm Du ihn“ und der BSC sagte „Danke“ – 0:1. Unsere Mädels schauten sich kurz verdutzt an – und dann ging’s rund. Beide Teams lieferten sich einen Schlagabtausch, der dem Wort „Endspiel“ alle Ehre machte. Das war Werbung für den Hallenfußball. Dabei hatten aber unsere Turbinen die besseren Chancen und bald ging die „Klingelei“ los. Dritte Minute: Jojo flankt von rechts, Elli verpasst, aber am langen Pfosten lauert Mille – 1:1. Diesmal hatte Mille Hunger und eine Minute später langte sie doppelt zu: erst traf sie aus einem Gewimmel heraus zum 2:1, um kurz danach mit einem Hammer-Weitschuß auf 3:1 zu erhöhen. Damit war das Turnier gelaufen, aber die Preußen-Ladies dachten nicht ans Aufgeben. Völlig normal, daß sie den Turbinen wenigstens ’n Kratzer in den Lack verpassen wollten. So konnten sie nach dem 3:1 gleich im Gegenzug auf 3:2 verkürzen. Jetzt ging’s hin und her. Das Turnier war für die Turbinen gewonnen, aber würden sie auch ohne Punktverlust bleiben? Sie blieben Es, weil wieder einmal im entscheidenden Moment auf Celine Verlaß war (7.). So blieb’s bis zur Schlusssirene beim 3:2 für unsere jungen Turbineladies.


Elli zum Spielbeginn beim Anstoß


Celine beim Abstoß


Elli auf engstem Raum

Sechs Spiele, sechs Siege, 22 Tore erzielt und nur drei Tore kassiert – die Bilanz sagt Alles!! Da freut man sich auf die nächsten Turniere. Vormittags die E1 und jetzt die D zeigten, daß sie es nicht nur in der Halle können, sondern daß sie auch auf dem Feld zurecht oben stehen. Aber unser Glückwunsch gilt auch dem zweitplatzierten BSC Preußen 07 und der zweiten Vertretung des Ludwigsfelder FC für Platz 3. Unter der Obhut von Trainerin Bettina Stoof haben mein Fanherz und die Herzen ihrer Eltern mit Freude erfüllt: Celine Bunde (TW), Desamie „Samie“ Keydel, Aimie Appel, Ellena „Elli“ Frieden, Milaine „Mille“ Schewitza, Johanna „Jojo“ Thobe (SF) sowie Lucy Thiermann.


Entspannt zur Siegerehrung


Der Empfang von Edelmetall


….und ’n Spruch dazu


So sehen stolze Sieger aus!
h.v.l.: Lucy, Aimie, Mille, Jojo
v.v.l.: Samie, Celine, Elli

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