Zwischenrunde der B-Juniorinnen-Meisterschaft 2012

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von Micha Seifert

Zeitpunkt: 01. – 03.06.2012
Modus: 2 x 30 Minuten
Spielort: Egidius-Braun-Sportschule Leipzig

Wieder ging es mit der U17 auf Reisen. Um 11.00 Uhr setzte sich der Teambus am Luftschiffhafen in Bewegung. Ca. 2 Stunden später traf er am Spielort, der Egidius-Braun-Sportschule Leipzig ein. Mit an Bord waren neben Trainern und Betreuern die Torleute Maja Oesker und Vanessa Fischer sowie Laura Schulze, Ina Tran, Janine Stöfhas, Rieka Windisch, Teresa Baum, Kapitänin Wibke Meister, Lara Junge, Anna-Sophie Fliege, Venus El-Kassem, Laura Erdmann, Mira Wißmann, Aylin Göktas, Cheyenne Ostermann, Dorothea Greulich und Jacqueline Borucki.

Freitagabend wartete als erster Gegner der FCR Duisburg. In der Vergangenheit waren es stets enge Spiele, aber diesmal sollte es sich ohne zu übertreiben als Sternstunde des diesjährigen Jahrgangs erweisen. Nachdem in den ersten 10 Minuten noch 2 Chancen liegen gelassen wurden, nutzte Ina in der 11. eine Ecke, um zum 1 : 0 einzuköpfen. Turbine blieb am Drücker. Bei einem Turnier ohne K.O.-Spiel kann ja auch das Torverhältnis entscheidend sein. So spielte sich Chey in der 15. schön frei, zielte aber zu hoch. Eine Minute später klappte es besser, als sie einen Freistoß von Stöfi zum 2 : 0 einköpfte. Die FCR- bekam weiter Gelegenheit, sich auszuzeichnen, jedoch war auch sie gegen Riekas unwiderstehliches Solo in der 24. Machtlos – 3 : 0. Leider musste „Zwergie“ Schulze in der 28. verletzt raus, sie wurde durch „Locke“ Erdmann ersetzt.

Die ersten 10 Minuten der 2. Hälfte gehörten wieder den Turbinen: 39. Ecke durch Wibke und Stöfi rauscht aus dem Hintergrund heran und köpft ein – 4 : 0. In der 44. traf dann Chey mit einem satten Schuss aus der 2. Reihe zum 5 : 0. Nachdem in den nächsten 10 Minuten Jacki für Wibke und Doro für Venus kamen, war bei der U17 ein wenig die Konzentration weg. Zunächst war bei Maja Endstation, als eine Duisburgerin unsere Abwehr überlief. In der 54. hatte jedoch Ina einen Blackout, der FCR schnappte sich den Ball, Flanke – Schuss – 1 : 5. 4 Minuten später wieder eine Flanke in unseren Flanke in unseren 16er, Maja klärt zu schwach – genau einer Duisburgerin vor die Füße – 2 : 5. Nun waren die Turbinen wieder wach. In der 60. setzt sich Jacki prima über rechts durch und ihre Flanke nutzt Tessi zum 6 : 2 Endstand. Eine tolle Leistung, die mich an glorreiche U17-Zeiten erinnerte.

Am Samstag gabs dann den Klassiker schlechthin im deutschen Frauenfußball: Turbine gegen Frankfurt. Beide hatten ihr erstes Spiel gewonnen und würden mit einem weiteren Sieg ein Bein im Finale haben. So entwickelte sich ein Spiel, welches vor allem vom kämpferischen Einsatz lebte. Chancen blieben Mangelware. Frankfurt erwischte den besseren Start. Chancen ergaben sich meist durch Standards, so in der 3. für Frankfurt durch Freistoß und eine Minute später durch Stöfi nach einer Ecke. In der 16. und 25. hatten Laura bzw. Wibke gute Möglichkeiten, jedoch konnten sie im entscheidenden Moment gestört werden. So ging es mit 0 : 0 in die Pause.

In der 2. Hälfte hatte Frankfurt zunächst wieder mehr vom Spiel, ohne jedoch nach vorn Wirkung zu erzielen. Dann hatte Turbine wieder 2 Möglichkeiten: in der 37. scheiterte Laura an der Keeperin und 3 Minuten später knallt ein Freistoß an die Latte und Tessi bekam den 2. Ball nicht unter Kontrolle. Dann aber in der 46. zeigte die U17 einen klasse Spielzug: Venus kam über links und passte nach innen. Lara verlängerte freistehenden Tessi und diesmal ließ sie sich die Chance nicht mehr nehmen – 1 : 0. Frankfurt versuchte nun alles, aber unsere Abwehr stand heute sicher und ließ keine Torchancen mehr zu. So kam Venus in der Nachspielzeit nach einem Konter zu einer Chance, konnte sie jedoch nicht nutzen. So kamen unsere Turbinen nach einem hart umkämpften, aber nie unfairen Spiel zu ihrem 2. Sieg. Nun brauchten sie im letzten Spiel noch einen Punkt, um ins Finale einzuziehen.

So kam es am Sonntag zum entscheidenden Spiel gegen die Mädels von Werder Bremen, die sich ihrerseits mit einem Sieg mit 3 Toren Differenz fürs Finale qualifizieren könnten. Doch unsere U17 war von den Trainern hervorragend eingestellt und wirkte von Beginn an hochkonzentriert. So ließen Torchancen nicht auf sich warten. In der 5. verzog Jacki im 16er völlig frei, in der 7. zischte ein Hammer von Rieka aus 20 Metern nur knapp am Pfosten vorbei, und eine Minute später konnte Lara eine Flanke von Wibke nicht unter Kontrolle bringen. In der 12. Minute tauchte der SVW dann erstmals vorm Turbinetor auf. Doch „unsere Artillerie“ hatte sich warmgeschossen. Konnte Bremens Keeperin in der 15. noch eine Flanke von Wibke angefangen, konnte sie 2 Minuten später nur abklatschen, Lara stand goldrichtig – 1 : 0. 2 Minuten später gabs eine Ecke für Werder – der anschließende Kopfball rasierte den Außenpfosten – Glück gehabt. Dann in der 24. gabs einen langen Pass auf Jacki, die den Ball Venus genau in den Lauf spielte – 2 : 0. So gings auch in die Pause.

Unser Team zeigte bis dato, wie man als amtierender Meister ein solches Spiel angehen muss, sodass ich mir für die 2. Halbzeit keine Sorgen machte. War auch nicht nötig. Die U17 kontrollierte das Spiel und ließ hinten nichts mehr anbrennen. Und nach vorn ging auch noch was: 32. Wibke verzieht freistehend, 40.: Laras Flachschuss aus spitzem Winkel zischt knapp am langen Pfosten vorbei . Dann fasst sich Rieka in der 52. ein Herz und zog aus 25 Metern ab. Ein Strich in der Landschaft, der genau unter der Latte einschlug – 3 : 0. Das war Marke „Tor des Jahres“. Zum Schluss hatte Tessi noch eine Chance, als Bremens Keeperin den Ball nicht festhalten konnte. In der letzten Minute versuchte es dann „Locke“ Erdmann aus der Distanz. Der Schuss wurde noch abgefälscht, sodass die Keeperin große Mühe hatte, ihn zu parieren. Dann war Schluss und die U17 stand wieder im Finale. Da kommt mir glatt „‘Dinner for one“ in den Sinn: Die selbe Prozedur wie jedes Jahr.

Was gab es sonst noch zu berichten: Gegen Bremen durfte in der 2. Halbzeit U15-Keeperin Vanessa Fischer ran. Sie hätte aber genauso gut einen Kaffee trinken können, so wenig ließen ihre Vorderleute zu. Bremen landete den ersten Sieg bei einer Zwischenrunde (1 : 0 gegen den FCR) und Duisburg blieb ohne Punkt. Und dann noch was Persönliches: Leider gab es bei (einigen) Familienmitgliedern der Frankfurter Spielerinnen die Meinung, man müsste jede Entscheidung gegen die eigene Mannschaft in Frage stellen. So bringt man Schiedsrichter gegen sich auf und erweist der eigenen Mannschaft einen Bärendienst. Dummerweise kamen sie dann auch nicht dazu, ihre eigenen Mädels anzufeuern. Im Gegensatz dazu hatte ich eine angenehme Begegnung mit einem Frankfurter Trainer. Das ging dann soweit, dass wir uns gemeinsam das Spiel Werder – Duisburg (1 : 0) anschauten und uns über die Trainingsbedingungen in Potsdam und Frankfurt austauschten. Wenn man die Frankfurter gesehen hat, so sind sie auf einem guten Weg. Und vielleicht dämmert dort einigen Leuten langsam die Erkenntnis, dass man Erfolge zwar erarbeiten, aber nicht unbedingt kaufen kann.

Bleibt mir nur noch, unseren Mädels fürs Finale die Daumen zu drücken. Natürlich werde ich in Hoffenheim dabei sein und euch vom Spiel berichten.

Euer Micha