Wieder mal fünf – diesmal für uns

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Spielbericht zum Bundesligaspiel 1. FFC Turbine Potsdam gegen Werder Bremen am 24.03.2019

Heimspiel im „Karli“ – und die Frauenfußball-Liebhaber_innen strömten – trotz der „Doppelklatsche“ der vorangegangenen Woche (0:4 im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg und 0:5 gegen FC Bayern München). Knapp 1.500 Zuschauende gesellten sich ins heimische Stadion und sollten die Sonne sehen, auch wenn diese kurz nach dem Anpfiff hinter den Wolken verschwand. Sie sollte trotzdem unentwegt weiter scheinen …

Vorbilder für kleine Jungs

Anstoß für Werder Bremen, das Spiel gegen den Zehntplatzierten der Tabelle begann. Doch nach genau 16 Sekunden erlangten die Torbienen erstmals den Ball und gaben diesen danach kaum wieder her. Von Beginn an erspielten sich die Gastgeberinnen eine Torchance nach der anderen, es mangelte nur an der Vervollkommnung. Nach 20 Minuten stand es immer noch 0:0, das gab Hoffnung;-)

Als Tori Schwalm nach knapp einer halben Stunde im Strafraum arg ausgebremst wurde, verweigerte die Schiedsrichterin den straffen Fingerzeig auf den Elfmeterpunkt. (Nach dem Spiel soll sie sich für diese Fehlentscheidung entschuldigt haben.)

Elfmeterpunkt-Behandlung

Aber Gerechtigkeit siegt! Gina Chmielinski trat als Richterin auf und wendete das Blatt zum Guten, indem sie genau eine Minute später nach einem Freistoß von Feli Rauch und der Mithilfe von Amanda Ilestedt zum 1:0 einnetzte. Endlich konnten die Fans mal wieder an einer Torjubelszene teilhaben. Das tat der leidgeprüften Fanseele gut!

Toschützinnen unter sich

Und es ging munter weiter. Bremen hielt mit und hatte in den folgenden Minuten den Ausgleichs-treffer auf dem Fuß, jedoch zeigte sich die wiederholt im Tor stehende Vanessa Fischer hellwach. Und dann trat Feli Rauch den nächsten Freistoß und fand in Jojo Elsig eine dankbare Abnehmerin: 2:0! Schon wieder ein Torjubel und schon wieder durfte die Blockfahne im Block C ausgerollt werden.

Torjubel

Mit diesem Halbzeitstand ging es in die Pause. Und um die gute-Laune-Stimmung noch weiter zu heben, fand zum zweiten Mal ein kleiner Wettbewerb für die Fans statt. Wer schaffte es wohl diesmal, an der am Anstoßpunkt platzierten Allianz-Fahne anzudoggen? Fan Frank (FF – wie Frauenfußball;-) oder Fangirl Dagi? Das weibliche Wesen zog trotz des Frauenfußball-Events den Kürzeren, aber bei diesem kleinen Ball-Wettbewerb gibt es nur Sieger_innen. Als Preise gab es ein Trikot bzw. handsignierte Fußballschuhe – und alles strahlte.

Glückseligkeit nach dem all-Wettbewerb

Quietschvergnügt ging es in die zweite Halbzeit. Freistoß reihte sich an Freistoß, Eckball an Eckball und Torchance an Torchance (u.a. durch Huth und Schmidt). Aber dann kam Tori Schwalm angeflitzt, die einen hübschen Pass von Svenja Huth zum 3:0 verwandelte. Also wieder gejubelt, wieder die Blockfahne entfaltet und wieder Olé-olé gesungen. Wobei an dieser Stelle auch erwähnt werden sollte, dass die ungefähr 10-Mann/Frau-starke Bremer Fantruppe Spaß hatte und ihre „Wiesenhof-Garde“ unentwegt und humorvoll anfeuerte.

Bremer Humortruppe

In der 70. Minute kam es zu einer Spielunterbrechung, da die Bremerin Sofia Nati behandelt und am Ende ausgewechselt werden musste. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie sich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Wir wünschen ihr an dieser Stelle einen optimalen Genesungserfolg und viel Geduld und Zuversicht, was die langwierige Heilung betrifft.

Anschließend folgte die Wiederholung des „Dreizunulls“, aber nicht auf der Leinwand, sondern live im Karli, indem diesmal Anna Gasper im Strafraum ein Zuckerpässchen auf Tori Schwalm spielte und letztere wiederholt aus der Kurzdistanz einschob. 4:0  – Jubel, Blockfahne, olé-olé.

I mog di

Kurz danach kam es dann zu einer Dreierauswechslung bei Potsdam: Chmielinsky, Cahynova und Ilestedt räumten den Rasen, Dieckmann, Prasnikar und Kiwic durften nun mitspielen.  Alles war in trockenen Tüchern, nur Feli Rauch hatte noch nicht genug. In der 87. Minute zirkelte sie einen Freistoß genial ins linke obere Eck, ein begeisterndes Tor!

Gewitztes Lächeln in der 87. Minute

Also wieder Torjubel und Blockfahne entrollt und olé-olé-Gesänge.

Ein neuer Stil entpuppte sich in Potsdam: Fünfe müssen es sein – entweder gegen uns oder für uns…

Als beste Spielerin wurde nach dem Schlusspfiff Tori Schwalm gekürt – verdient. Ihr kurzes Interview ins Stadionmikrofon verlautete, dass dieser Sieg dem Selbstvertrauen diene und sehr wichtig für die Mannschaft sei. „Auch für uns!“, meinten die leidgeprüften Fans daraufhin spontan.

Ehre, wem Ehre gebührt!

Es war schön, sich mal wieder richtigen Fußball angucken zu dürfen. Natürlich spielt es sich gegen einen Zehntplatzierten einfacher als gegen die uneinholbaren Tabellenführenden Bayern und Wolfsburg. Aber auch gegen schwächere hat sich Potsdam in der Vergangenheit immer wieder mal schwer getan.

Der Auftritt an diesem Spielsonntag war jedoch souverän und beruhigte die kritisch-aufgebrachte Fanseele. Schauen wir weiter, was die nächsten Spiele bringen. Erst in einem Monat wird wieder wegen der Länderspiel-Abstellungsphase im „Karli“ Fußball gespielt.

Steht auf, wenn ihr Turbinen seid!

Aber wenn es am 14. April ins weit entfernte Freiburg geht, werden auch dorthin wieder einige treue „Turbine-Groupies“ reisen und mit aller Leidenschaft (Betonung auf „schaft“ und nicht „Leiden“) das Spiel verfolgen.

Auf Händen getragen (Siems scheint genesen zu sein)

Text: Susanne Lepke

Fotos: Saskia Nafe

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