Wenn Freude und Mitleid aufeinander treffen

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Das Wochenende vom 29./30. 11. 2014

von Micha

Wie immer, wenn meine Grashüpfer in Aktion treten, hieß es auch an diesem Samstag bei einer A….kälte früh aufstehen. Um 9 Uhr standen sich in der Waldstadt unsere E-Turbinchen und die Jungs von Fortuna Babelsberg gegenüber. Auch wenn unsere Turbinchen bisher mit Erfolg nicht gerade verwöhnt wurden, so war in diesem Spiel ein weiterer Entwicklungsschritt nicht zu übersehen. Sicher hatten die Jungs spielerisch mehr zu bieten. Aber unsere Mädels zeichneten sich in diesem Spiel durch konzentrierte Abwehrarbeit aus. Und dann war da ja noch Anna-Lena ! Auch wenn ich sie an dieser Stelle schon oft lobend erwähnte, so lieferte sie doch in diesem Spiel ihr Meisterstück ab, so weit man das in diesem Alter so nennen darf: Stark im Herauslaufen und furchtlos in 1:1-Situationen und vor allem auch vier bis fünf entschärfte 100%ige Chancen der Jungs. Es war der Wahnsinn, was sie alles hielt. An Ihr richtete sich die Mannschaft auch und überzeugte vor allem kämpferisch. So ergaben sich auch eigene Chancen, bei den aber das letzte Quentchen Glück fehlte. Vor allem standen die Mädels heute dicht am Mann und gingen konsequent in die Zweikämpfe So schafften es die Turbinchen bis mitte der zweiten Halbzeit das 0:0 zu halten. Dann jedoch konnten die Gäste ihre spielerischen Vorteile auch in Tore ummünzen und gingen als 3:0-Sieger vom Platz.
Schade, daß unsere Grashüpfer sich für ihre couragierte Spielweise nicht mit einem Punkt belohnen konnten. Am Ende waren zwar alle ein bisschen geknickt, aber es machte trotzdem Freude, Ihnen zuzuschauen. Ob Eltern, Coach Chris Helwig oder meine Wenigkeit – alle waren stolz auf: Anna-Lena Kulbe, Lya Bergemann, Isabel Wagner, Eva Wuttich, Sophie Daniel, Mary Krüger, Leandra Winklhofer und Panajota Kyprianidis.

Anschließend gabs in der Juniorinnen-Bundesliga das Spitzenspiel unserer U17 gegen den SV Werder Bremen. Leider war es eine sehr einseitige Angelegenheit. Das Ergebnis von 2:6 sagt Alles. Als verwöhnter U17-Fan musste ich diese Kröte erst mal schlucken. Aber wir Turbinefans haben nun mal diese geile Angewohnheit, gerade in solch bitteren Momenten fest zu unseren Mädels zu stehen. Und so werde ich auch am kommenden Samstag in Magdeburg dabei sein, um im letzten Spiel vor der Winterpause unsere Mädels moralisch zu unterstützen.

Den Abschluß an diesem Samstag bildete das Spiel unserer B II-Mädels gegen den SV Frankonia Wernsdorf. Ein Spiel, von dem ich mir vor allem Spannung versprach, was dann auch eintraf. Unsere Turbinen erwischten den besseren Start und hatten bis zur 18. Minute vier gute Einschußmöglichkeiten. Die Gäste machten hinten erst mal dicht und kamen dann so langsam ins Spiel und auch zu Möglichkeiten. So kamen sie in der 29. Minute über rechts, paßten quer und es stand 0:1. Die B II blieb die Antwort nicht lange schuldig. Sie erarbeitete sich Möglichkeiten, von denen sie eine in der 35. Minute nutze: Lea kam über links, marschierte in den Strafraum und vollendete zum 1:1. Die letzte Chance der ersten Halbzeit hatte Svenja mit einem Freistoss, den Wernsdorfs Keeperin zur Ecke lenkte.
Die zweite Hälfte eröffnete Lea gleich mal mit einem strammen Schuß, den die keeperin erneut zur Ecke lenkte, wie sie auch sechs Minuten später einen Freistoss erst im dritten Nachfassen unter Kontrolle brachte. Turbine drückte und hatte durch Elisa in der 69. und 79. Minute tolle Möglichkeiten. Die Gäste hielten stand, kamen aber ihrerseits nur in der 75. zu einer nennenswerten Möglichkeit: freistehend scheiterten sie an Emmy. Den sofortigen Gegenzug setzte Lea knapp übers Tor.
Als alles nach Unentschieden roch, gelang Svenja aus einem Gewühl heraus Sekunden vor den Schlußpfiff noch der umjubelte 2:1-Siegtreffer. So sehr unsere Turbinen jubelten, so sehr standen den Gegnerinnen die Tränen in den Augen und sie waren durch nichts zu trösten. Ehrlich gesagt taten sie mir richtig leid. Später sprach ich mit dem Gästetrainer und meinte: gemessen an den Chancen war der Sieg verdient. Aber bei der tollen Leistung seiner Mädels war es für die Gäste eine unverdiente Niederlage. Nichts desto trotz kämpften unsere Mädels bis zum Schluß um den Sieg. Und als Sieger verließen neben Trainer Sebastian Schulz den Platz: Emmelie Wittrin, Maja Müller (51. Jana Pifrement), Saskia Heller, Svenja Sangerhausen (SF), Lea Wittau, Shanice Forderer (58. Sophia Kroschke), Elisa Lunnebach sowie Aileen Blech (36. Josefina Oblieglo).
Ja, und wenn ich das hier mal sagen darf: So wie unsere E-Grashüpfer und die Gäste aus Wernsdorf standen auch unsere Freunde vom FFV USV Jena nach tollem Spiel gegen unsere Erste mit leeren Händen da. Als Jena fünf Minuten nach Felix‘ gehaltenen Elfer 2:1 in Führung gingen, dachte ich: jetzt könnte es 3:1 für Jena stehen. Ob unsere Mädels da noch mal zurück gekommen wären ? Auf der Rückfahrt waren sich alle einig, daß wir mit einem blauen Auge davon kamen. Wäre auch blöd gewesen, dort Punte liegen zu lassen, wenn zeitgleich die Konkurrenz Punkte einbüßt. Tja, so eng liegen oft Freud und Leid beieinander.