VON FREUDE, MITGEFÜHL UND KLEINEN SORGEN

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C-Juniorinnen-Landesliga: Turbine Potsdam II – SG Gießmannsdorf 19:0

12.9.2020 von Micha


Erstmal gibt’s ’n Einlauf

An dem Spruch „Einmal Turbine – immer Turbine !“ ist Was dran. Ich stellte einen Hinweis zu diesem Spiel in meinen Whatsapp-Status. Pünkltich zum Anpfiff kam eine mit einem Kleeblatt garnierte Antwort aus Hamburg. Keeperin Celine Bunde wünchte ihrer ehemaligen Mannschaft für’s Spiel alles Gute. Da kann man gerne sagen: „zwar aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn !“.
Das 3:0 gegen Babelsberg 03 und das 7:0 auswärts in Pessin zeigten, daß die jungen Turbineladies den Schwung des Pokalfinals (2:0 n.V. gegen Cottbus) mit in die Saison nahmen. Aber was erwartete sie heute ? Die SG Gießmannsdorf war in der Vergangenheit eine verdammt harte Nuß für unsere Turbineteams und schwer zu knacken. Man konnte sich auch mal an ihnen die Zähne ausbeißen. Heute nun, unter den Augen von „Uns Bernd“ Schröder sah man das ganze Gegenteil. Nach dem Spiel erfuhr ich: der Mädchenfussball lag bei der SG einige Zeit brach und man ist dabei, langsam wieder Etwas aufzubauen. Dabei hatte ich heute den Eindruck, daß das eine oder andere Mädel noch nicht lange Fußball spielt. Sei’s drum ! Ich weiß es ja von den Turbinen: wenn ein Team neu und dann eine Weile zusammen ist, entwickeln sie sich auch weiter. Na, wir werden sehen. Aber dementsprechend muss man das 19:0 auch einordnen.


Schiri: „Wer will Süßes und wer will Saures ?“

Auch wenn es das Ergebnis kaum vermuten läßt: der Turbineexpress brauchte seine Zeit, um auf Touren zu kommen. Aber natürlich übernahmen unsere Mädels sofort das Kommando. Gleich mit dem ersten Angriff startete „Speedy Gonzalez“ Maxi einen ihrer wieder zahlreichen Flügelläufe auf links, bediente Mille – aber diese verzog. Die C2 baute imensen Druck auf und man sah sehr bald, daß es ein Spiel in eine Richtung wird. Ecke auf Ecke, Chance auf Chance erarbeiteten sich unsere Turbinen, u.a. für Mille, Fritzi, Aimie und Maxi. Aber das Runde wollte nicht ins Eckige. So dauerte es bis zur 11. Minute: Toni zog ab, die Keeperin konnte nur abklatschen – genau vor die Füße von Mille – 1:0. Na endlich ! Und weiter ging’s ! Erneut konnte Maxi auf der linken Seite überzeugen. Oft suchte sie Mille und gut 95% ihrer Pässe kamen auch an. Ich war so begeistert, daß ich zu ihr und ihren Eltern sagte: „wenn ich Trainer in Lyon wäre – ich würde Maxi kaufen !“. Nun laßt mich doch mal ’n bisschen spinnen…..!
So genau Maxi’s Pässe auch kamen – obwohl Mille gut stand, hatte diese dann öfter das Problem, daß die Gäste noch einen Fuß davor bekamen. So versuchte es Maxi in der 17.Minute selbst und wuselte sich durch die Abwehr – 2:0. Jetzt war der Bann gebrochen und die Tore fielen wie reife Früchte: eine Minute später bekam die Abwehr den Ball nicht unter Kontrolle bzw. weg und diese Einladung nahm Mille dankend an . 3:0. Eine weitere Minute später nutzte Mille ein Zuspiel von Toni zum 4:0. Auch ein Standard gehörte mal dazu. 22. Minute: Lucy trat ’ne Ecke. Der Keeperin rutschte der Ball über die Finger und hinter ihr stand Romy – 5:0. Ein schönes Zusammenspiel im Dreieck zwschen Toni, Elli und Mille endete in der 26. Minute mit dem 6:0. In der 28. erhöhte Elli per strammen Schuß auf 7:0. Für sie freute es mich besonders: Früher von mir oft „Tornado-Elli“ genannt aufgrund ihrer Schnelligkeit und Torgefahr, entwickelt sie sich immer mehr zum Lenker und Denker im zentralen Mittelfeld. Das war heute wieder deutlich zu sehen. Tja und in einem Interview mit Thomas Helmer sagte dieser, daß Doppelpässe immer seltener zu sehen sind. Er hätte mal in die Waldstadt kommen sollen ! Ein herrlicher Doppelpass zwischen Toni und Mille brachte in der 29. Minute das 8:0 durch Toni. den 9:0-Pausenstand stellte Mille in der 34.Minute nach Vorarbeit von Aimie her.
Mein Fazit: über Maxi’s Qualitäten hab‘ ich nun genug gesagt. Jojo hatte immer ein waches Auge und sorgte mit ihren Nebenleuten dafür, daß die Gäste kaum mal über die Mittellinie kamen. Elli zog im Mittelfeld emsig und unauffällig die Fäden. Auch an ihrem Spiel konnte man sich erfreuen. Na und vorn ballerte die Artillerie aus allen Rohren. Mal sehen, was die zweite Halbzeit bringt.


und wieder flitzt Maxi (3) über den Flügel


Merle (12) beobachtet die Szenerie


Merle nimmt Anlauf


Jojo allein zu Haus


Jojo „kommt doch her, wenn ihr euch traut !“


Lucy (15) zieht Richtung Tor

Trainer Tim Meyer (Bettina Stoof war mit der D in Bornim) stellte zur zweiten Halbzeit ein wenig um. Das änderte aber Nichts an der drückenden Überlegenheit unserer Turbineladies. Fünf Minuten waren gespielt, da zeigte Fritzi, daß sie nicht nur mit dem „Hammer“ umzugehen weiß, sondern sie dribbelte sich zweimal durch die gegnerischen Reihen – 10:0 + 11:0 (39./40.). Eine Minute später das Selbe nochmal. Nur diesmal stand die Keeperin im Weg. Aber mit dem Abpraller machte Toni das Dutzend voll – 12:0. Jetzt hatte Fritzi richtig Hunger und in Elli eine Mitspielerin, die sie mit den richtigen Pässen „fütterte“. So erzielte Fritzi per Flachschuß das 13:0 (48.) und 14:0 (50.). Dann bekam auch Kapitänin Jojo Lust, sich am Toreschießen zu beteiligen: ein schöner Schuß entgegen der Laufrichtung der Keeperin brachte das 15:0 (52.). mit einem Sololauf über rechts kam sie an die Strafraumgrenze und legte für Aimie auf, die am langen Pfosten lauerte und auf 16:0 erhöhte (61.). Eine Minute später wuselte sich Jojo durch die gegnerische Abwehr und traf zum 17:0. In der Schlußminute schnürte Toni ein Doppelpack: Elli, zentral stehend, legte den Ball zu Toni nach links – 18:0. Und kurz danach traf Toni flach und trocken zum 19:0-Endstand. Tja, vor’m Spiel gab’s ein paar Diskussionen: „die Mädels können keine Flachschüsse“. Das Thema dürfte sich für’s Erste erledigt haben !


Aimie beim Eckball


Die Gegnerin kommt zu spät


Elli (7) führt Regie, Fritzi (links) läuft in Position


Romy (14) ist nicht zu bremsen


Gleich legt Jojo das 16:0 auf

Das Fazit: ein Plus dieser Mädels ist es, daß jede von Ihnen verschiedene Positionen spielen kann. Bei drei Spielen, 9 Punkten und 29:0 Toren kann man von einem sehr guten Saisonstart sprechen, mehr aber nicht ! Zum Abheben besteht kein Grund, denn Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Die richtigen Wahrsager (z.B. Falkensee) kommen erst noch. Aber unsere Turbinen haben ja im Pokalfinale bewiesen, daß sie genug Qualität haben, um auch solche Spiele zu reissen. Ich mache mir nur ein paar Sorgen um Jette. Zwei der drei Spiele habe ich gesehen und sie hat kaum ihre Hände, dafür mehr ihre Füße gebraucht. Als Keeperin hat sie es da gar nicht einfach, in einem vernünftgen Rhythmus zu kommen. Aber auch sie hat ja die nötige Qualität. Das Pokalfinale ist ja nicht ohne Grund „zu Null“ ausgegangen. Das Ergebnis von 19:0 verbietet eigentlich das Meckern. Trotzdem fiel mir auf, was da noch an Chancen liegen blieb. Und speziell in der zweiten Halbzeit sind mir unsere Turbinen ein bisschen zu oft ins Abseits gerannt. Daran müssen sie noch arbeiten. Und die Gäste ? Man kann ihnen nur wünschen, daß sie bald wieder an alte Qualitäten anknüpfen können. Bei allem Frust gaben sie sich nie auf und blieben stets fair. Irgendwie taten sie mir richtig leid.


Alle auf einer Linie


Merle mit Ball und Übersicht


Elli beim Eckball


…..und wieder zieht Jojo los und erzielt das 17:0


Elli zieht links vorbei

Unter der Obhut von Trainer Tim Meyer beteiligten sich heute an diesem Kantersieg: Henriette „Jette“ Grahlmann, Antonia „Toni“ Kempe, Maximiliane „Maxi“ Schudek, Aimie Appel, Elena „Elli“ Frieden, Friederike „Fritzi“ Knabe, Milaine „Mille“ Schewitza, Johanna „Jojo“ Thobe (SF), Merle Ortmanns, Romy Downer sowie Lucy Thiermann.


Ein Lächeln nach getaner Arbeit

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