Urlaub auf dem Bauernhof

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Spielbericht zum BL-Spiel TP-Werder Bremen am 13.12.2015 im Karli – von Susi

auf einem Auge blind

auf einem Auge blind

Die von „Wiesenhof“ gesponserten Spielerinnen aus Bremen waren zu Gast in Potsdam. Das letzte Hinrunden-Spiel der Saison stand an. Kalt, dunkel, etwas feuchte Luft. Flutlicht. Aber erst zur Halbzeitpause.

Es sollte eDSCF6359in entspanntes Unterfangen werden, obwohl das norddeutsche Team dem souveränen Spitzenreiter Bayern vor vier Tagen im DFB-Pokal-Viertelfinale ein 0:0 in der regulären Spielzeit abgerungen hatte. Entspannt auch, obwohl unser Maskottchen „Torbienchen“ mittlerweile auf einem Auge blind ist. Aber auch ein (halb)blindes Huhn findet mal ein Korn – wo wir wieder beim „Wiesenhof“-Sponsor wären. Spaß beiseite – zur Aufstellung:

Stark vertreten war, aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls einer gesamten Fußballmannschaft, wiederum das „Perspektivteam“ mit blutjungen Spielerinnen, die entweder ganz frisch ihre Volljährigkeit erreicht hatten oder diese noch im Blick haben. Erfreulich war, dass sich Jolanta Siwinska auf dem Rasen zurückmelden konnte.

Ein paar Werderaner Fans, vermutlich aus der Berliner Männerfußballszene stammend, waren ebenfalls im Karli zugegen und versuchten ab und zu, ihre Liebe zum Frauenfußball kundzutun. Wenn jedoch der Anfeuerungsruf „Werder!“ erschallte, antworteten die Potsdamer Fans mit „Ketchup!“.

DSCF6354Das Spiel an sich gestaltete sich megaentspannt. Wie im Urlaub. Die Turbinen verfügten über die größeren Spielanteile, hatte extrem mehr Eckbälle auszuführen, mehr Torchancen, mehr Lattenknaller (1 – von V. Schwalm) und mehr Elfmeter (1 von… ach, na ja;-). Der Gegner hatte seine Energie bei den Bayern gelassen und zeigte sich – bis auf die Stürmerin mit der Nummer 20 – eher unauffällig. Bereits in der 8.Spielminute, also überpünktlich, fuhr die Dampflok am Bahnhof Babelsberg ein („Schschschsch-schschschsch-schschschsch…Huth!Huth!“).

Etwas später wurde Wibke Meister „vom Ball wachgeküsst“, d.h. eine ungenannte Mannschaftskollegin schoss sie aus Versehen am Kopf an, was dazu führte, dass die Nr.8 wie von der Tarantel gestochen quer über den Platz fegte, einen Traumpass in den Strafraum auf Viktoria Schwalm lenkte, der dann zum 2:0 führte.

Auch unsere Kapitänin sollte heute mit von der Torepartie sein, nach einem Abpraller stand sie genau richtig, um den „Spielspand“ auf 3:0 zu erhöhen.

Elferangebote kann man, muss man aber nicht annehmen. Dann lieber weiterhin auf das Perspektivteam setzen und sich mit der jungen Laura Lindner freuen, die in ihrem BL-Debüt die 92.Minute zum Erzeugen eines Tores nutzte.

DSCF6368Neben unseren Torschützinnen gab es auch große Zufriedenheit mit den anderen Spielerinnen. Überzeugen konnte auch Victoria Krug, die hellwach ihre Abwehraufgabe bewältigte und das Spiel nach vorn trieb. Auch Ilaria Mauro präsentierte sich mit einer besseren Leistung als in den vergangenen Spielen. Wibke Meister und Viktoria Schwalm wurden bereits gelobt und Lia Wälti, Tabea Kemme (mit oder ohne knock out) sind eine sichere Bank. Und Ulla Draws auch meistens;-)

Auch die Schiedsrichterleistung ging zu 95% in Ordnung. Das mag im Frauenfußball etwas heißen.

Schön war`s, das dritte BL-Spiel in Folge wurde gewonnen

und Platz 6 erklommen.

Reimt sich;-)

Am kommenden, vierten Adventssonntag wird sich zeigen, ob die „Totgesagten“ im Kampf um die CL-Qualifikation wiederbelebt werden können oder nicht. Also, zuerst die 4.Kerze anzünden und dann ins Karli kommen, liebe Leserinnen und Leser!

Die Siegesfeier des Fanclubs fand aus aktuellem Weihnachtsanlass in einer Babelsberger Örtlichkeit statt, zu der auch die Spielerinnen geladen waren – und erschienen. Aber dazu in einem extra Spiel – äh – Partybericht.

Fotos/Text: Susanne Lepke

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