schwein gehabt!

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C-Juniorinnen-Landespokal, 1. Runde:
FC Energie Cottbus – Turbine Potsdam III 0:1

1.12.2018 von Micha

Ungemütliches Wetter! Aber das wusste man (oder auch Frau) ja vorher. So handelte ich nach dem Sprichwort: „es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung!“ Aber es ging um etwas Anderes: in ihrer Jungsliga spielt unsere C3 auf Großfeld und mit 11er-Team. Wie hier im Pokal spielt man in Brandenburg aber im Mädchenspielbetrieb auf verkleinertem Großfeld mit Kleinfeldtoren und 9er-Teams. Für beide Teams ja nix Neues. Aber wie würden unsere Mädels mit der plötzlichen Systemumstellung klarkommen? Nebenbei bemerkt: es war für mich gewöhnungsbedürftig, ein Pokalspiel gegen den FCE in der ersten Runde zu erleben. Zwar waren wie fast immer die Cottbusserinnen Gastgeber, aber ich kenne diese Duelle sowohl im C-, als auch B-Jugendbereich eigentlich nur als Halbfinale oder Finale. Das letzte Spiel dieser Art gab’s in der Vorsaison als Landespokalfinale der AK U17, welches unsere damalige B2 mit 3:1 für sich entschied.


„Halli, Hallo, Hallöle“

Es wurde ein Spiel, wie ich es in etwa erwartet habe: Da der FCE in der Vergangenheit meist nicht viele Chancen brauchte (und damit sehr effektiv war), versuchten sie zunächst in der eigenen Hälfte die Räume zu verengen und über Konter zum Erfolg zu kommen. Dadurch hatten unsere Turbinen mehr Ballbesitz und erarbeiteten sich so mehrere gute Möglichkeiten, z.B. 2x durch Jona. Richtig Pech hatte Franzi in der 13. Minute, als sie erst den Pfosten traf und kurze Zeit später die Latte. Da auch unsere Deckung gut stand und insbesondere durch Laura L. und Darleen immer wieder eventuelle Lücken schloß, dauerte es bis zur 18. Minute, eh die Gastgeberinnen überhaupt zur ersten Möglichkeit kamen. Aber schon zu dieser Zeit fiel auf, daß unserer C3 vorn ein „Knipser“ fehlt. So musste ein Standard her (21.). Nachdem der Schiri beim ersten Mal (Sicht verdeckt?) noch drüber hinweg sah, pfiff er, als die FCE-Keeperin erneut beim Rückpass den Ball in die Hand nahm. Ich war gespannt, wie die Turbinen ihn ausführten. Mary rollte den Ball kurz an und Jona haute voll drauf. Aber nicht flach, sondern in Gesichtshöhe der Abwehrmauer. Reflexartig nahmen diese Mädels den Kopf zur Seite – genau die Lücke, die Jona brauchte! So konnte auch die FCE-Keeperin nur verdutzt hinterherschauen, als der Ball zum 1:0 für unsere Turbineladies neben ihr einschlug. Zugegeben, Jona legte einen dermaßen „Bums“ in den Schuß – den hätte ich auch nicht ins Gesicht bekommen wollen! Bis zur Pause nach 35 Minuten änderte sich wenig. Es ergaben sich für Nele noch zwei Möglichkeiten: einen Schrägschuß lenkte die FCE-Keeperin zur Ecke (34.) und Nele’s Kopfball nach Ecke von Jona ging knapp drüber (35.+1). So ging es mit der 1:0-Führung der Turbinen in die Pause.


„Windballrennen“


„Na, welche Richtung?“


Sieht fast aus wie’n Bully


„Da will ich ihn hinhaben“

Zur zweiten Hälfte kam Maxi für Darleen. Das war zum Einen geplant, zum Anderen aber auch notwendig, um mehr direkten Zug zum Tor zu entwickeln. Das Problem: lt. der Regeln dürfen maximal zwei Spielerinnen vom Jahrgang 2003 (Darleen und Maxi) im Kader stehen und davon höchstens Eine auf dem Feld. So fehlte Darleen und Jona nahm ihre Position ein. Dadurch änderte sich das Turbinespiel, denn nun fehlte Jona im Mittelfeld, wo Franzi den Laden nun allein stemmen musste. Dadurch gab’s für den FCE mehr Räume und das Spiel war in der zweiten Hälfte von einem ständigem Hin und Her gekennzeichnet. Mehrere dicke Chancen beiderseits blieben ungenutzt. Auf Turbineseite trat auf ihrer linken Abwehrseite immer mehr Laura L. ins Rampenlicht, die eine saustarke Partie ablieferte. Vorne zeigten sich in der 50. Minute bei einer 100%igen Chance zwei Turbinen zu zögerlich, im Gegenzug war erneut an Laura L. kein Vorbeikommen. Zwei Minuten später musste Amy Lu die „Null“ festhalten. So ging es weiter. Der FCE drückte auf den Ausgleich und hatte dabei unsere rechte Abwehrseite als Schwachpunkt erkannt. Aber natürlich gab es für unsere Turbinen auch Räume zum Kontern. So versuchten es Franzi (Weitschuß!), Jona, Lya und erneut Franzi. Aber am Resultat änderte sich nichts mehr und unsere Mädels zogen mit 1:0 in die nächste Runde ein, wo (vorraussichtlich) am 23.Februar erneut ein Auswärtsspiel, diesmal beim FSV Union Fürstenwalde, ansteht.


Alle auf einem Fleck


„Der ist noch heiß!“


„Huch, wo is’er denn?“

„Hauptsache: weiter!“ – so in etwa sahen die Gesichter unserer Mädels nach dem Schlußpfiff aus. Ihre gebremste Freude erklärten sie dadurch, daß sie zugaben, nicht die Leistung gebracht zu haben, die man erwarten konnte. Schnelligkeitsnachteile in der Rückwärtsbewegung, ungenaue Pässe nach vorn und fehlende Ballkontrolle in der Spitze – bei aller optischen Überlegenheit hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Was aber nicht zu bemängeln war: die Einsatzbereitschaft, wie es sich für ein Pokalspiel gehört. Aber so sahen auch die Trainer Chris Helwig und Marco Zastrow, woran noch zu arbeiten ist. Unter ihrer Obhut zogen in die nächste Rund ein: Amy „Amy Lu“ Linstädt (TW), Eva Wuttich, Isabel „Isi“ Wagner, Nele Brüggemann (SF), Maxine „Maxi“ Schwarz, Mary Krüger, Lya Bergemann, Jona Leske, Franziska „Franzi“ Helmke, Laura Jesse, Laura Landweer sowie Darleen Tänzler.