Ohne Wenn und Aber

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Spielbericht zum DFB-Pokal-Viertelfinale 1.FFC Frankfurt gegen 1. FFC Turbine Potsdam am 13. März 2018

 

Nach einer längeren Spielpause aufgrund internationaler „unwichtiger“ Fußballturniere sollte nun, kaum dass die Flugzeuge aus den USA, Zypern und der Algarve wieder gelandet waren, die Turbinen binnen zweier Trainingstage wieder auf Hoch-Touren kommen. Eine Herausforderung, die in der Bundesligawelt für allgemeinen Unmut sorgte.

Somit wählte die Potsdamer Mannschaft diesmal das Flugzeug als anreisendes Transportmittel, um nach der Landung unmittelbar zum Höhenflug anzusetzen…

Fanblock

Die Fans griffen dagegen auf das gewohnte Transportfahrzeug mitsamt der herzensguten Busfahrer Peter und Detlef zurück und bestiegen mitten in der Woche, an einem Dienstagmorgen gegen 9.00 Uhr, den geliebten Fanbus. Weit nach Mitternacht, zwischen 3 und 4 Uhr sollten sie dann wieder in die Heimat zurückkehren. Für manche der Mitreisenden bedeutete das eine Investition in zwei Urlaubstage, für manche auch einen harten Arbeitstag am Tag danach aufgrund eines stark gekürzten Nachtschlafes.

 

Geschmälertes Spielaufgebot

Doch dieses Unterfangen sollte sich lohnen. Obwohl Stammspielerinnen wie Tabea Kemme oder Lia Wälti, aber auch Caro Siems, auf ihren Spieleinsatz verletzungsbedingt verzichten mussten, sollte sich der Ausflug nach Frankfurt lohnen.

Doch bevor der Anpfiff ertönen sollte, wurde die Bundestrainerin Steffi Jones aus ihrem Amt entlassen. Und der Fanbus? Der hielt auf der Hinfahrt an der einen oder anderen Raststätte zum Pausieren an.

 

„Turbine sucht den Superstar“

Turbine sucht den Superstar

Das gab es noch nie! Pause Nr.2 auf der Hinreise zum DFB-Pokal-Viertelfinale nach Frankfurt/Main. Raststätte Rimberg. Schnitzel mit Pommes, Currywurst mit Senf… und dann setzte spontan ein Unterhaltungseinlage als Verdauungsangebot für alle Raststättengäste ein, das leicht verdaulich und eine wahre Werbung für den (Potsdamer) Frauenfußball darstellen sollte: Zwei Edelfans weiblicher Art, Daggi und Marina, stibitzen sich spontan ein Fanhütchen und zogen, mit typischen Schlachtgesängen der Turbinefans ausgestattet, singend von Tisch zu Tisch und sammelten frohgemut und frei von der Leber weg Spenden von überrumpelten, aber lächelnden Gästen ein. Bei diesem Anblick hätte selbst der Dieter (Bohlen) keinen flotten Spruch auf den Lippen gehabt. Die Botschafterinnen für den Frauenfußball ersangen sich binnen 10 Minuten stolze 10 Euro, weit über Mindestlohn. Das Unterhaltungsprogramm stellte somit eine gelungene Premiere dar. Noch 120 Wiederholungen dieser Art und die gratis Fanbusfahrt nach Hoffenheim ist gesichert.

 

Das Spiel läuft

Zum Trommeln gen Himmel gerüstet

Zum Freundschaftspreis von 5,50€ gewährte man der Fanbusbesatzung einen reduzierten Eintrittspreis. Eine freundliche Geste – herzlichen Dank! Weniger freundlich zeigte sich das Wetter: Kalter Wind, dunkelgraue Wolken, leichter Nieselregen, das roch nach Zittern und Zähneklappern. Um 18.30 Uhr ertönte der Anpfiff unter Flutlicht.

Ein hektisch geprägter Auftakt, ein wirbelndes Hin- und Her. Beide Torhüterinnen zeigten großartige Reaktionen und das Betteln der Fans, die Frankfurter Torhüterin Desi Schumann möge sich an die guten alten Potsdamer Zeiten erinnern, wurde in der 21. Minute tatsächlich erhört, als Jojo Elsig das erste Tor für Potsdam erzielte. Bis dahin gab es zwar keine überzeugende Spielweise zu beobachten, aber sie war effektiv. Warum auch nicht mal auf diese Art und Weise zum Erfolg kommen. Der Jubel war groß, und der stürmische Wetter-Wind flaute zum Glück ab. Ein allgemeines Wohlgefühl breitete sich im Fanblöckchen aus, das von 50 der anwesenden 1400 Zuschauer ausmachte. Aber zu hören waren dieses Menschengrüppchen ganz wunderbar, wie zahlreiche Fernsehzuschauer mitteilen ließen.

Und dann ertönte in der 35. Minute nach langer Zeit das „Huth! Huth!“-Gehupe durchs Stadion. Unser „Dampflökchen“ Svenja Huth zeigte insgesamt ein sehr gutes Spiel und rannte und rannte und rannte. Selbst in der 87. Minute war sie noch schneller als alle anderen. Schade, dass ihr Schussversuch im Alleingang kurz vor Spielende nicht ganz zum 3:0 ausreichte. Verdient hätte sie es heute gehabt.

Insgesamt zeigten die Turbinen eine gute Mannschaftsleistung und steigerten sich in der zweiten Halbzeit. Nach der 2:0 – Halbzeitführung ließ es sich auch befreiter aufspielen. Immer mehr Spielzüge gelangen, der Drang zum Tor hielt unverändert an. Aber auch die Frankfurterinnen waren auf einen schnellen Anschlusstreffer zu Beginn der 2. Halbzeit aus. Als dieser aber nicht unmittelbar gelang und die Fehler sich häuften, ließen sie ab der 70. Minute zunehmend die Köpfe hängen.

Kuscheldecke

Der Spielverlauf konnte durchweg entspannt betrachtet werden, eine kitzelnd-spannende Stimmung kam nicht auf. Ohne Wenn und Aber zogen die Torbienen in das DFB-Halbfinale ein.

 

Schlusswort

Einen herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft!

Da schlägt man sich als mitreisender Fan doch gern die Nacht um die Ohren.

 

Weiter geht’s am Sonnabend, dem 17. März, gegen Freiburg. Ein Spitzenspiel, das (mehr) Spannung verspricht. Also strömt zahlreich ins „Karli“!

 

Text und Fotos: Susanne Lepke