Mini-WM im Karli

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Lieber Turbinefan@hotmail, Du schreibst mir nie unter Deinem richtigen Namen, so dass ich Dich nicht greifen kann – weder bei Auswärtsfahrten noch im Karli, so dass ich nicht weiss, wer Du wirklich bist. Wir könnten uns ja mal Auge in Auge unterhalten. Wenn Dir meine Artikel nicht gefallen, mache ich Dir den Vorschlag, schreib doch einfach mal selber welche und wenn Du dann besser bist, höre ich gern auf. Aber bisher bist Du der Einzigste, der diese Kritik äußert. Sonst habe  ich nur positive Reaktionen erhalten. Es macht mir großen Spass die Berichte zu erstellen, aber es ist doch für mich mit einigem Aufwand verbunden, wenn man kein Internet zu Hause hat. Wie gesagt, bis jetzt mache ich das alles noch gerne. Aber siehe oben…

Entschuldigung an die übrigen Leser, aber diese Worte mußte ich an meinen Verehrer (oder ist es vielleicht  gar eine Frau) los werden. Nun kann sich der Berichterstatter dem Viertelfinale in der Champions League gegen Rossiyanka widmen.

Der Tag begann wie immer bei  internationalen Spielen mit dem Autogrammesammeln. Das Sammeln war gar nicht  mal das Problem, sondern das Ermitteln des  Hotels. Im Gegensatz zu anderen ausländischen Gästen wohnte der Konkurrent aus der Nähe von Moskau nicht wie üblich in Potsdam, sondern hatte sein Hauptquartier im Hotel MARITIM  pro arte am Berliner S-Bahnhof  Friedrichstraße bereits zwei Tage vor der Partie bezogen. Dies herauszubekommen war für dem Berichterstatter mit großem Aufwand verbunden, aber wie gesagt, am Ende doch von Erfolg gekrönt.

Wenn der Berichterstatter von einer Mini-WM im Karli spricht, ist das keineswegs übertrieben, denn auf dem Rasen waren vom letzjährigen Großereignis in Deutschland eine Weltmeisterin, zwei WM-Dritte und sechs Viertelfinalistinnen aktiv. Nur Genoveva überstand mit Äquatorial-Guinea als einzige Aktuerin nicht die WM-Vorrunde. Darüber hinaus tummelten sich  auf  Spielfeld und Ersatzbänken weitere  ausländische Spielerinnen (USA, Mazedonien, Südafrika und Ukraine). Das war fast wie bei Energie Cottbus, als unter Ede Geyer mal in der Bundesliga 11 Nicht-Deutsche in der Startformation standen.

Der Berichterstatatter will keine Ausländer-Schelte betreiben, aber nur auf das  unterschiedliche Transferfenster zwischen Deutschland und Russland hinweisen, denn Rossiyanka verpflichtete noch „kurz vor’m Hosenknopp “  die Brasilianerin Ester. Während in Deutschland das Ende für Neuverpflichtungen der 31. Januar ist, können in Russland  bis etwas Ende März Spielerinnen wechseln; das genaue Datum kennt der Berichterstatter leider nicht . Die Wechselfristen sollten schon für den gleichen Wettbewerb einheitlich sein.

Obwohl der Berichterstatter nach den letzten drei Bundesligabegegnungen kritischere Töne angeschlagen hat und er fast die Lust an Schreiben verloren hat, war es gegen unsere russischen Gäste komplett anders; das war das bisher beste Spiel im Jahr 2012. Es war gegenüber den Meisterschaftspartien ohne Übertreibung ein Unterschied wie Tag und Nacht. Als die Mannschaft  unter Flutlicht das Karli betrat, war es eine sensationelle Leistungssteigerung.Während vorher alle komplett neben sich standen, war es gegen den FC Rossiyanka eine geschlossene Mannschaftsleistung, wobei man niemanden hervorheben sollte, aber der Berichterstatter macht es trotzdem. Die für Ihn überraschend von Anfang an spielende Ulla wirbelte speziell in der ersten Halbzeit vor der Nase des Berichterstatters auf der rechten Seite so gut, wie er es von ihr lange nicht erlebt hat, weshelb er gern von Ullas bester Turbine-Leistung sprechen möchte. Was Antonia für ein Laufpensum  mit vielen guten Flankenläufen abgeliefert hat, ist auch nur schwer zu toppen. Wenn es Kilometergeld gäbe, könnte sie nach Spielende ein kleines Vermögen einstreichen. Eberfalls bemerkenswert war die kämpferische Steigerung von Viola und Jennys Formkurve zeigte auch wieder nach oben.

Der Berichterstatter ist am Ende des Tages zwar nicht so euphorisch wie die PNN, deren Schlagzeile lautete:“Halbfinale so gut wie sicher“, aber doch sehr erleichtert, dass sich zwei seiner Hoffnungen erfüllt habe. Das wäre der Sieg ohne Gegentreffer und die Tatsache, das Rossiyanka mit seinen vielen Neuzugängen noch nicht eingespielt ist. Man hat aber trotzdem gesehen, dass der russische Meister mit schnellen Kontern immer noch für Gefahr sorgen kann, auch wenn das im Karli nicht von Erfolg gekrönt war. Dabei taten sich Cristiane und die Schweden Sofia Jakobsson hervor, wo bei letzte aber – etwas unverständlich – durch eine unfiaire Spielweise auffiiel, was Tabi  mit einer Verletzung zu spüren bekam, die von den PNN  als Schultereckgelenkssprengung prognostiziert wurde. Sollte Turbine im Rückspiel schnell in Rückstand geraten, kann die gute Ausgangslage bald versaubeutelt sein, was natürlich kein Turbine-Fan will, aber es ist in der Viertelfinal-Auseinandersetzng erst „Halbzeit“.

Bis dahin sollten sich alle Freunde des Deutschen Meisterr an den Treffern von Patricia und Babett freuen, deren Tor ein souverän verwandelter Handelfmeter war, den die US-Amerikanerin McNeill verursacht hatte.

Fazit: An solch einem Tag macht es wieder Spaß, Turbine-Fan zu sein.

GESCHRIEBEN: 15. MÄRZ 2012 gegen 9:20