Lücke zum Glück

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Spielbericht zum Start in die Rückrunde: 1. FFC Turbine Potsdam gegen den 1.FFC Frankfurt

Der Trainer reagiert emotional (Foto: sas)

Oh Mann (und Frau!) – welch emotional tiefgreifendes Karli-Erlebnis war das! Welch Glückstaumel am Ende, welch Euphorie! Die Fangesänge hallten selbst zehn Minuten nach dem Schlusspfiff ohne Unterlass durchs Stadion. Die Mannschaft tanzte dazu in eng geschlossener Reihe: „Oh, wie ist das schön!“. Und Schmiddi, die endlich mal wieder (für Anna Gasper) in der Startelf stand und von den Fans enthusiastisch begrüßt wurde, war am Ende „the player oft the match“ und wurde von der Mannschaft in die Luft geworfen. Adrenalin und Dopamin pur!

Oh, wie ist das schön (Foto: sas)

Erinnerung an die zutiefst emotionalen Partien gegen den 1.FFC Frankfurt aus früheren, erfolgreichen Zeiten wurden geweckt. Dieser Triumph im heimischen Stadion und diese Genugtuung, nach dem unglücklich verlorenen Hinspiel nun vom Glück überschüttet zu werden! Wer nicht zu den 1011 Live-Zuschauenden am Samstagnachmittag gehört hatte, hatte tatsächlich etwas verpasst.

Wir halten (uns) zusammen (Foto: sas)

Zuschauerschwund

Das Spiel wurde bei ARD one vollständig übertragen. In Babelsberg fand auf dem Weberplatz der traditionelle Böhmische Weihnachtsmarkt statt. Der Himmel war grau, die Luft aber frühlingsverdächtig warm. Es wird weitere Gründe geben, warum an diesem zweiten Adventswochenende die Zuschauerzahl so gering war.  Zwar könnte man tröstend meinen, dass es immer noch doppelt so viele Zuschauer wie bei Bayern München seien und viermal so viele wie in Leverkusen – aber Potsdam hat in seiner frauenfußballerischen Tradition andere Ansprüche.

Spiel vor großer Kulisse (Foto: sas)
Fanblock D (Foto: sas)

Ein Grund, als Besuchermagnet zu gelten, ist natürlich die Spielqualität und der damit verbundene Erfolg. Potsdam dümpelt in dieser Saison abseits des Mittelfeldes in der Tabelle vor sich hin. Die verdammt junge Mannschaft braucht Zeit zum Wachsen. Genau das konnte man auch bei diesem Spiel wieder beobachten. Die kämpferische Moral stimmte, was tatsächlich ein Fortschritt zur vorangegangenen Saison darstellt. Aber souveräne Spielzüge, das anvisierte Ziel erreichende Pässe, eine funktionierende Abwehr, Abgeklärtheit – das alles gehörte zur Mangelware. Dieser Wachstumsprozess bedarf erfahrener Spielerinnen – wie z.B. eine Bianca Schmidt. Der Beweis wurde am 7. Dezember 2019 erbracht.

Player of the match (Foto: sas)

Doch step by step.

Weihnachten mit der Turbinefamilie

Der Verein hatte die Fans aufgerufen, eine Spendenaktion für die evangelische Jugendhilfe Geltow zu unterstützen. Wer wollte, konnte 1, 2, 3 liebevoll verpackte Geschenke für Kinder am Stadioneingang abgeben – und bekam als Dank ein Tombola-Los. Gut 80 Geschenke kamen dabei zusammen – und die Freude der Beschenkten war auf den Gesichtern während der Übergabe in der Halbzeitpause abzulesen.

Außerdem konnte man wiederum am Tippspiel teilnehmen – jedoch zeigte sich am Ende, dass es niemanden unter den 1011 Zuschauern gab, der/die das 4:3-Ergebnis korrekt vorausgeahnt hatte.

Glühwein wurde geordert, eine Bratwurst vernascht, bekannte Turbinefreunde umarmt und der Fanshop besucht. Die Stimmung der Fanclubmitglieder wuchs dazu auch durch die Vorfreude auf die anschließende Weihnachtsfeier – gemeinsam mit der Mannschaft- an.

Die Begrüßung der Gästefans durch den Stadionsprecher verhallte im Adventshimmel, denn die sichtbaren Frankfurtfans (ca. 10) trafen verspätet ein. Aber sie waren vor Ort anwesend, Respekt für diesen reisewütigen Einsatz!

Rettungsanker oder Strohhalm?

Frankfurts FF-Tradition und aktuelles Leistungsvermögen ähneln der gegenwärtigen Situation von Turbine Potsdam. Die erhitzten Gemüter der früheren Sportrivalen sind beruhigt. Man begegnet sich mittlerweile sehr freundlich und betont höflich.

Kapitänsbegrüßung (Foto: sas)

Nur die zukünftigen Wege der beiden reinen Frauenfußballvereine unterscheiden sich: Das Tal der finanziellen Hoffnungslosigkeit und Leistungsabfalls möchte Frankfurt mittels einer Selbstauslöschung überwinden. Aus dem 1. FFC wird in der kommenden Saison Eintracht Frankfurt werden. Die eigene Tradition wird mit der geplanten Übernahme weggewischt. Der Frankfurter Lösungsweg besteht darin, dass sich ein emanzipierter Frauenfußballverein in die Abhängigkeit eines Männervereins begibt. Ob das ein Rettungsanker oder Strohhalm ist, wird die Zukunft zeigen. Es gibt Beispiele in der Flyeralarm-Frauenbundesliga, die dafür sprechen: Wolfsburg oder Bayern – und es gibt Beispiele „männlicher Unterstützung“, die dagegen sprechen: Leverkusen, Essen, Köln…

Adé, 1. FFC…

Schmiddis adrenalinverseuchtes Rasen-Comeback

Zum Spiel: Dass Bianca Schmidt endlich mal wieder mitspielen durfte, wurde von den Fans frenetisch gefeiert. Und Schmiddi schickte gleich in der 2. Minute liebevolle Grüße zurück, als sie mit einem Heber für die erste Torchance sorgte. Ihre Spielerin-Nummer 20  auf dem Trikot ist Programm! Denn genau in der 20. Minute passierte das emotionale Wunder: Mit einem Volley-Traumtor nach einem Pass von Luca Graf versenkte sie das Leder im FF-Netz. Das Stadion tobte und Schmiddi rannte zur Turbine-Versehrten-Bank, um sich mit Rahel Kiwic abzuklatschen.

KIwic gratuliert Schmiddi (Foto: sas)

Seit Hoffenheim wissen die Fans, dass eine 1:0-Führung nur kurz und heftig gefeiert werden kann, denn nur drei Minuten später schoss die „freigehende“ Laura Freigang den Ausgleichstreffer. Und weil so schön viel Platz in der Potsdamer Abwehr war, wiederholte sie ihr Erfolgstun fünf Minuten später: 1:2. Nö, oder?!

Die Spielweise in der ersten Halbzeit war hinsichtlich der Spielqualität eher schlecht anzuschauen. Von Spielfluss war keine Rede, eher von einem versickernden Rinnsal. Die Schiri-Leistung ließ den Babelsberger Rasen zusätzlich austrocknen. Beschwerden von Frankfurter wie Potsdamer Seiten häuften sich, was die (Fehl-)Entscheidungen der Haupt- und Linienrichterinnen betraf. Wird solch ein Spiel beim DFB mal analysiert? Es ist ein frustrierendes Erlebnis für alle Beteiligten, das dem Frauenfußball alles andere als förderlich ist. Warum hat die weibliche Seite des Fußballs keine kompetentes Schiedsrichterhandeln verdient?!

Marie unter Schiri-Beobachtung (Foto: sas)

Zurück zum klappernden Spielgeschehen. Es gab weitere Torchancen auf beiden Seiten und Fehlpässe im dreistelligen Bereich… (Ja, dezente Übertreibung;-) Zum Glück gelang Turbine am Ende der ersten Halbzeit kein Eigentor, da Vanessa Fischer dieses mit den Fingerspitzen verhinderte. Ab in die Kabine – von aufpuschenden Trommelschlägen begleitet.

Reaktion aufs Gegentor (Foto: sas)

Schmiddis Performance (Fortsetzung)

Die Ansprache in der Kabine musste länger gedauert haben, denn die Frankfurter Spielerinnen warteten bereits geduldig auf die Rückkehr des anderen 1.FFC. Und Schmiddi kam! 46. Minute – die blutjunge Marie Höbinger freute sich über Biancas Schmidts Anwesenheit im Strafraum, flankte und Schmiddi köpfte im Zweitversuch ein. Genial! Schmiddi, die im Besitz des Rettungsschwimmers in Silber ist, rettete ihre Mannschaft vorm Ertrinken! Das Weihnachtsmärchen im heimischen Karli war perfekt.

Schmiddis zweites Tor (Foto: sas)

Doch sollte es mehr als ein Unentschieden werden, so der Plan der Torbienen vor der Partie. Frankfurt lag in der Tabelle drei Punkte vor Potsdam – und diese Differenz galt es zu egalisieren.

Aber dieser Plan wurde ohne die Frankfurterin Laura Freigang, die ihrem Namen so etwas von Ehre machte, aufgestellt. Die löchrige Abwehr von Potsdam ermöglichte der Spielerin in der 60. Minute einen weiteren „Freigang“ zum Tor – > 2:3.

Frustrierend. Frankfurt führte im heimischen Stadion.

Potsdams Kampfmoral

Eine 1000%ige Torchance nutzte Nina Ehegötz nicht, als sie fünf Minuten später allein vorm Tor stand. Oh Mann (und Frau)! Auch die für Ehegötz eingewechselte Hoffnungsträgerin Sophie Weidauer, die wahrscheinlich auch über einen Rettungsschwimmer-Status verfügt, konnte eine aussichtsreiche Torchance nicht erfolgreich nutzen.

Doch es gibt in Potsdam eine Stürmerin, deren galant-trickreicher Spielweise insbesondere bei Zweikämpfen man mittlerweile sehr gern zuschaut: Lara Prašnikar. In einem Strafraumgetümmel zehn Minuten vor Schluss dirigierte sie ihre Fußspitze an den richtigen Punkt – und sorgte für den Ausgleichstreffer. 3:3 – das ließ die Weihnachtsfeier-Vorfreude wiederbeleben!

Auf Lara ist Verlass (Foto: sas)

Drei Minuten später zeigte sich „Fischi“ von ihrer Goldseite und parierte einen Schuss aus der Nahdistanz – und verteidigte damit das Unentschieden. Aber genügte den Fans ein Unentschieden im Heimspiel? Nein, auf keinen Fall! Wobei es in dieser Partie ein logisches und gerechtes Ergebnis gewesen wäre.

Lara Prašnikar zeigte ihren 3-Punkte-Willen, indem sie kurz vor Spielende an die Latte köpfte. Aber dafür gab es nicht mal einen halben Punkt.

Lara und die Mauer

engagiert war, schien noch heimlich für Turbine zu schlagen. Mit offenen Armen empfing sie in der Nachspielzeit einen Rückpass ihrer Mitspielerin, was die Schiedsrichterin tatsächlich erblickte. Die Schiri entschied auf einen Indirekten Freistoß aus einer 5-Meter-Distanz! Der Frankfurter Trainer verstand die Welt nicht mehr – und die Frankfurter Mauer verbaute den Blick zum Tor. Kein Durchkommen – alles weiß!

Lara Prasnikar übernahm die Verantwortung! Und der Mauerfall vor 30 Jahren wiederholte sich binnen von Sekunden. Irgendwie fand der Ball eine Lücke!

Sieg!!!

Video: Peter Tietze

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Das Siegtor (Foto: sas)

Potsdam wurde von Fortuna überschüttet. Hatte im Hinspiel Frankfurt „kurz vor der Schlusspfiff-Angst“ den Siegtreffer erzielt, war nun das („Lücken“-) Glück den Torbienen hold.

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Massen-Umarmungen (Foto: sas)

Was sich danach abspielte, kann man dem Anfang des Spielberichtes entnehmen.

Das war ein wundervolles Weihnachtsgeschenk! Die pure Freude sollte natürlich nicht über das wahre Spielvermögen der Torbienen hinwegtäuschen. Aber trotzdem sollten wir uns jetzt einfach nur freuen. Tabellenplatz Nr.5 – das klingt gut.

Die Stimmung auf der anschließenden Weihnachtsfeier des Fanclubs war gerettet. Die Mannschaft war gut drauf, die Fans ebenso. Es war eine herzliche Feier, wovon ein extra Artikel berichtet.

Am kommenden Sonntag geht es nach Jena. Es wird einen extra großen Fanbus dorthin geben.

Text: Susanne Lepke

Fotos: Saskia Nafe (sas)Herzlichen Dank!

Stilles Lächeln (Foto: sas)

Nikolausi (Foto: sas)

Sara Agrez (Foto: sas)

Eine, die immer lacht (Foto: sas)

Sportliche Eröffnung (Foto: sas)

10+20=5 Tore (Foto: sas)

Oh, Schmiddi! (Foto: sas)

Zweimal 27 (Foto: sas)

Überbordende Freude (Foto: sas)

Torschützinnen im Gespräch (Foto: sas)

Torjubel (Foto: sas)

Torjubel Nr.2 (Foto: sas)

Superfrau (Foto: sas)

Sarah am Boden (Foto: sas)

Hübsch anzusehen (Foto: sas)

Schmiddis Höhenflug (Foto: sas)

Player of the match (Foto: sas)

In die Zange genommen (Foto: sas)

Marie unter Schiri-Beobachtung (Foto: sas)

Ösitalk (Foto: sas)

Eingehakelt (Foto: sas)

Nina rennt (Foto: sas)

Eiskunstlaufen (Foto: sas)

Das war ein Foul! (Foto: sas)

Schmiddi entschuldigt sich (Foto: sas)

Das musste raus (Foto: sas)

Torjubel (Foto: sas)

Gina – wer sonst?! (Foto: sas)

Attacke! (Foto: sas)

Im Siegestaumel (Foto: sas)

Heini ist aus dem Häuschen (Foto: sas)

Wir halten (uns) zusammen (Foto: sas)

Präsidentenlob (Foto: sas)

Glückseligkeit (Foto: sas)

Presse hautnah dabei beim Torjubel Nr.3 (Foto: sas)

Die beiden sind mal wieder eins (Foto: sas)

Glückskuscheln (Foto: sas)

  • I mog di (Foto: sas)

https://www.turbinefans.de › luecke-zum-glueckSEO-Titel Vorschau:Lücke zum Glück ⋆ Fanclub Turbine PotsdamMeta Description Vorschau:

Schmiddi – auf Händen getragen (Foto: Saskia Nafe)

Und dann passierte etwas, was Seltenheitswert hatte. Das Herz der Frankfurter Torwartfrau Bryane Haeberlin, die früher auch mal in Potsdam engagiert war, schien noch heimlich für Turbine zu schlagen. Mit offenen Armen empfing sie in der Nachspielzeit einen Rückpass ihrer Mitspielerin, was die Schiedsrichterin tatsächlich erblickte. Die Schiri entschied auf einen Indirekten Freistoß aus einer 5-Meter-Distanz! Der Frankfurter Trainer verstand die Welt nicht mehr – und die Frankfurter Mauer verbaute den Blick zum Tor. Kein Durchkommen – alles weiß!

Lara Prasnikar übernahm die Verantwortung! Und der Mauerfall vor 30 Jahren wiederholte sich binnen von Sekunden. Irgendwie fand der Ball eine Lücke! SIEG!!!

Das Siegtor (Foto: sas)

Potsdam wurde von Fortuna überschüttet. Hatte im Hinspiel Frankfurt „kurz vor der Schlusspfiff-Angst“ den Siegtreffer erzielt, war nun das („Lücken“-) Glück den Torbienen hold.

Massen-Umarmungen (Foto: sas)

Was sich danach abspielte, kann man dem Anfang des Spielberichtes entnehmen.

Das war ein wundervolles Weihnachtsgeschenk! Die pure Freude sollte natürlich nicht über das wahre Spielvermögen der Torbienen hinwegtäuschen. Aber trotzdem sollten wir uns jetzt einfach nur freuen. Tabellenplatz Nr.5 – das klingt gut.

Die Stimmung auf der anschließenden Weihnachtsfeier des Fanclubs war gerettet. Die Mannschaft war gut drauf, die Fans ebenso. Es war eine herzliche Feier, wovon ein extra Artikel berichtet.

Am kommenden Sonntag geht es nach Jena. Es wird einen extra großen Fanbus dorthin geben.

Text: Susanne Lepke

Fotos: Saskia Nafe (sas)Herzlichen Dank!

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