Klimawandel im Karli

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Spielbericht zum BL-Spiel: Turbine Potsdam – SC Sand am 04.10.2015

 

Ein „Sandsturm“ wurde in den sozialen Medien prognostiziert – und fegte dann tatsächlich übers „Karli“ hinweg, direkt hinein in das Getriebe der Turbinen! Dieses Unwetter war so gewaltig, dass es in der zweiten Halbzeit die Trommeln zum Schweigen brachte und eine Missstimmung auf den Fan- und Trainerbänken auslöste.

Sag mir, wo die Torbienen sind, wo sind sie geblieben?

Sag mir, wo die Siege sind, was ist geschehen?

Wann wird man je versteh‘n?

Vier Spiele, drei Niederlagen – Turbine stellt mit diesem Fehlstart das weibliche Dortmund (der letzten Saison) dar. Übrigens gab es bei der schwarz-gelben Biene am Schluss ein Happy end, aber das nur am Rande.

Möglich ist alles. Zum Beispiel, dass Freiburg in der Nachspielzeit schnell mal zwei Tore gegen Wolfsburg schießt und somit einen kostbaren Punkt aus der Autostadt entführt. Oder auch, dass der Außenseiter Sand auswärts verdient 2:0 gegen Turbine Potsdam gewinnt.

Zu Beginn der Saison war von einem Dreikampf in der Liga die Rede. War damit ein Dreikampf zwischen Freiburg, Sand und dem 1.FFC München gemeint;-)

War dieses Spielergebnis eine nette, ostdeutsche Willkommensgeste zum „Tag der Deutschen Einheit“, eine Tore-Spende für den „Aufbau West“? Helmut Kohl hat vor 25 Jahren „blühende Landschaften“ versprochen und Manfred Stolpe vom „Licht am Ende des Tunnels“ geredet. Was wird Bernd Schröder seiner Mannschaft sagen? Und was denken die Fans?

Dabei erinnerte der Torschuss in der 1. Spielminute an das DFB-Pokal-Spiel vor einer Woche in Kiel. Über den grünblühenden Rasen ergoss sich ein Schwall des ostseewässrigen Selbstvertrauens. Noch dazu wurde auf der elektronischen Anzeigetafel zur Halbzeitpause ein Spielstand von 45:0 eingeblendet, was die Fans trotz des angespannten Spielverlaufs zum Schmunzeln anregte. Doch die Sand-Frauen spielten besser als erwartet, zeigten besonders im Mittelfeld ein gutes Pressing, gewannen einen Zweikampf nach dem anderen, präsentierten viel Ehrgeiz, Teamstärke, Athletik und strotzten leider – verdammt nochmal – vor Selbstvertrauen. Ach ja, und sie trafen das Tor. Zweimal.

Na ja, noch ist der Rasen im „Karli“ schön grün, und taghell ist üblicherweise um die Mittagszeit auch. Noch brauchen wir also keinen Kohl und keinen Stolpe und auch keine 25 Jahre, um uns aus dem Sumpf zu ziehen. Doch die Leidensfähigkeit der Fans wird derzeit auf eine harte Probe gestellt und der eine oder andere Unmut unkontrolliert geäußert. Noch gibt es keine Fanbus-Stornierungen für die kommende Auswärtsfahrt nach Leverkusen. Außerdem zeigte ein Potsdamer Fan ein auffälliges, azyklisches Verhalten, indem er unmittelbar nach dem Abpfiff euphorisiert den Wunsch äußerte, Mitglied im Fanclub „Turbinefans“ werden zu wollen.

Für die Mädels aus Sand hat sich die weite Anfahrt gelohnt, nicht nur wegen des begeistert geposteten Seeblick-Fotos vom Hotel aus. Die Rückfahrt dürfte eine kurzweilige werden. Für diese gezeigte sportliche Leistung gab es von den Potsdamer Rängen enttäuschte Gesichter, gepaart mit anerkennendem Applaus.

Klimawandel im „Karli“ – hoffentlich kein Stimmungswandel.

Susanne Lepke / 04.10.2015

Als die Welt noch in Ordnung war

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zweites Gegentor

„Schlag ins Gesicht“ (Wälti)_“blutleere“ Angelegenheit (B. Schröder)

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