Frustbewältigung

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D-Junioren-Kreisklasse: Turbine Potsdam II – FSV Lok Elstal III (m) 7:3

16.3.2019 von Micha

In der Vorwoche schieden unsere U13-Mädels unglücklich im Pokal gegen die Jungs vom RSV Eintracht im Neunerschießen aus. So war nun heute in der Liga Frustbewältigung angesagt. Dabei fehlten auf Turbineseite Celine, Elli und Jolien. Aber es zeichnet die U13 aus, daß sie ausgeglichen besetzt ist. Da ich die Jungs aus Elstal bisher noch nicht gesehen hatte, konnte ich auch ihr Leistungsvermögen nicht einschätzen.
Die ersten 8 Minuten des Spiels gehörten unseren Mädels. Ecke auf Ecke, Chance auf Chance (u.a. Lucy, Maxi) – aber es spring nichts Zählbares heraus. Und wie das dann so ist: ein Konter – und es stand 0:1. Na ja, nach dem bisherigen Spielverlauf machte ich mir wenig Sorgen, hatten unsere Turbineladies doch in der Vorwoche auch ein 0:2 aufgeholt. Nun, der „Hallo-Wach-Effekt“ setzte schnell ein und die Antwort unserer Mädels ließ auch nicht lange auf sich warten. In der 11. Minute hatte Turbine Ecke. Aimie brachte sie hoch hinein. Der Keeper ließ den Ball über die Hände rutschen – genau vor die Füße von Julia. Die hatte keine Mühe, zum 1:1 auszugleichen. Nach 16 Minuten dribbelte sich Julia über links ans Strafraumeck. Sie setzte einen Schlenzer an, welcher von einem Gegner noch abgefälscht wurde und sich so über den Keeper hinweg am Lattenkreuz ins Tor senkte – 2:1. In der Folge hatten unsere Ladies weiter Chance auf Chance und schnürten die Jungs regelrecht in deren Hälfte ein. So Etwas verengt natürlich die Räume und dann muß man es auch mal aus der zweiten Reihe versuchen. Wie die E2 Emma „The Hammer“ hat, hat unsere U13 für solche Fälle Fritzi. Die zog in der 22. Minute trocken und halbhoch ab und der Ball segelte zum 3:1 ins Netz. Drei MInuten später holte Fritzi erneut den Hammer raus und Lok’s Keeper klärte zur Ecke. Diese wurde von Lucy hereingebracht. Nach zwei Versuchen bekam Julia dann den dritten Ball vor die Füße und drückte ihm zum 4:1 über die Linie. Nun, daß Das so gut funktioniert, hätte ich nicht gedacht. Und die Jungs ? Die waren mehr mit Abwehraufgaben beschäftigt und konnten sich bei ihren Angriffsversuchen kaum gegen unsere Abwehr durchsetzten. So dauerte es bis kurz vor der Halbzeit, als Lucy vor dem eigenen Tor klären musste und die Jungs in der 30. Minute einen Freisoß direkt ins Tor schossen. Aber die heutige Keeperin Jette sah Das und ließ die Finger davon, da der Freistoß ja indirekt war. So ging es mit 4:1 in die Pause und ich war gespannt, was die zweiten 30 Minuten bieten.

Jeder Quadratzentimeter wird ausgenutzt
Lucy beim Eckball
Paarlauf

Obwohl noch 30 Minuten zu spielen waren, hatte ich das Gefühl: „das werden heute drei Punkte“. Die Frage war: können unsere Mädels so weitermachen bzw. können die Elstaler Jungs ’ne Schippe drauflegen ? Unsere Turbinen beherrschten weiterhin das Geschehen, obwohl die Jungs spürbar was draufpackten. Zunächst standen unsere Zwillinge Magda und Julia im Mittelpunkt: in der 36. Minute hebelten sie mit zwei, drei Doppelpässen die Lok-Hintermannschaft aus und Julia erzielte den 5:1-Zwischenstand. Daß die Jungs sich noch längst nicht aufgaben, zeigte sich in der 38. Minute: bei einem Konter liefen sie sich frei und verkürzten auf 2:5 aus ihrer Sicht. Die Jungs witterten Morgenluft und es entwickelte sich ein unterhaltsames Hin und Her. In dessen Anschluß wollte Mille in der 44. Minute wohl flanken. Der Ball rutschte ihr über den Senkel, geriet zur Bogenlampe und senkte sich zum 6:2 ins lange Eck. Zwei Minuten später gab’s ’ne Szene zum Schmunzeln: Magda und Julia trafen nacheinander nur den Pfosten. Lucy versuchte nun den dritten Ball als Flachschuß zu nutzen, traf aber nur die am Boden liegende Mille. Tja, das war Pech und tat weh ! Dafür zeigten die Jungs eine Minute später, daß sie immer noch da sind: sie setzten ein Dribbling an, keine Turbine störte richtig und es stand nur noch 6:3 aus Turbinesicht. In der Folge traf Lok noch einmal die Latte und 2x musste Jette retten. Auf der anderen Seite bekam der Lok-Keeper an einen Fritzi-Hammer in der 51. Minute noch eine Hand dran. Beim nächsten Fritzi-Hammer nach 58 Minuten hatte er weniger Glück: er musste den Ball prallen lassen und Mille sagte „Danke“ – 7:3. In der Schlußminute landete der Ball noch einmal im Turbinetor. Aber erneut hatte Jette gut aufgepasst, denn wieder war’s ein indirekter Freistoß, den die Jungs direkt schossen und so ließ Jette wieder klugerweise die Finger davon. So war dann das 7:3 auch der Endstand.

Fritzi peilt die Lage
Da hatte Magda freie Bahn, aber…..
Jette hat ihn

Eigentlich ein sicherer Sieg. Und er zeigte, daß unsere jungen Turbineladies den Ausfall von Leistungsträgern kompensieren können. Aber Trainerin Bettina Stoof hatte auch Recht, als sie nach dem Spiel zu mir sagte: „die Gegentore haben wir uns selbst ‚reingelegt“: Ich hab’s ja auch gesehen, daß da die Konzentration fehlte. Jungs nutzen so was aus, egal wie der Spielstand lautet. Aber ich war zufrieden und die Mädels hatten nach dem blöden Pokalaus ihre Wiedergutmachung. Daran waren heute beteiligt: Henriette „Jette“ Grahlmann (TW), Maxi Schudek, Aimie Appel, Paulina „Pauli“ Grüne, Friederike „Fritzi“ Knabe, Milaine „Mille“ Schewitza, Johanna „Jojo“ Thobe, Magdalena „Magda“ und Julia Sawicka sowie Lucy Thiermann.

P.S. Am nächsten Morgen fuhr ich zum Spiel unserer Ersten nach München. Ach wie schön ist es doch in der Waldstadt, wo man auch am Ende der Halbzeitpause noch ’ne Wurst und Getränke zu humanen Preisen bekommt. Armes Bayern !!!

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