DIE ZWEI GESICHTER EINES TEAMS

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C-Juniorinnen-Landesliga: Turbine Potsdam II – BSC Preußen 07 „Stadtrandtöchter“   5:1

Landespokal der C-Juniorinnen: SV Babelsberg 03 – Turbine Potsdam II  1:6

26.9./27.9.2020 von Micha



Die üblichen Verdächtigen


EIN FESTIVAL DER VERGEBENEN CHANCEN

Was heißt „Stadtrandtöchter“ ? Diesen Namen haben sich die Gäste aus Blankenfelde/Mahlow selbst gegeben. Und da sie selbst bei fussball.de so gelistet sind, haben sie auch Anspruch darauf, bei vollem Namen genannt zu werden. Bei unseren Mädes war die Frage, ob sie trotz des augefallenen Spiels in der Vorwoche ihren Rhythmus beibehielten.


Jette such den Zettel im Stutzen,
„Tante Schiri“ sucht Geld

Es ging schon mal gut los, d.h. die Gästekeeperin wurde gleich warmgeschossen. Im Spielverlauf sorgten unsere Turbineladies auch dafür, daß sie warm blieb. Aber der Reihe nach: Es war die erste Spielminute, als Maxi die Keeperin prüfte und im nächsten Angriff Mille nur den Pfosten traf. Unsere Mädels beherrschten das Geschehen und nach 5 Minuten krönte Toni eine schöne Ballstafette zwischen ihr, Jojo und Pauli mit dem 1:0. Das ließ sich gut an und für unsere Mädels fogten Chancen en masse. Aber immer wieder konnte die BSC-Keeperin abwehren. So auch nach einer schönen Doppelpassfolge zwischen Lucy und Maxi. Der Ball kam zu Pauli, rutschte ihr aber über’n Senkel. Schon zu dieser Zeit fiel mir auf, daß unser Team heute irgendwie nicht so drauf ist wie sonst. Da fehlte besonders im Abschluß die Konzentration. Und wenn Du vorn nicht bei der Sache bist, knallt’s hinten irgendwann. Aber genau Das wusste Jette zu verhindern, als sie in der 20. Minute Kopf und Kragen riskierte und 2x aus Nahdistanz reflexartig parierte. Ansonsten war unsere Abwehr dann doch wach. Aber was in der Folge vorn versiebt wurde, teilweise an 100%igen Chancen, ging nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut ! Mille, Maxi, Pauli, Aimie – teilweise völlig freistehend brachten sie den Ball nicht im Tor unter. So konnte Trainer Tim Meyer Einem leid tun, da er vergeblich versuchte, auf die Mädels einzuwirken. So ging es mit 1:0 in die Pause, obwohl es 5:0 oder 6:0 stehen müsste ! Ich dachte mir: „was braucht ihr noch ?“. Man war doch etwas enttäuscht. Aber auch diese Mädels sind keine Maschinen und hatten heute irgendwie ’n schlechten Tag. So konnte, ja musste die zweite Halbzeit nur besser werden.


Pauli (6) flankt, Maxi (3) und Lucy (15) schauen zu


Maxi (3) schaut, „Tante Schiri“ rauscht heran


„Maxi, das ist die falsche Richtung !“


„Gegen Jojo hast Du keine Chance !“


So ein Gewimmel


Medi (11) beim Zweikampf


Der geht vorbei…..


….genauso wie Der


Jojo treibt den Ball

…..wurde sie aber nur bedingt. Zunächst hatte Trainer Tim schon in der ersten Halbzeit umgestellt: Lucy für Jojo ins Abwehrzentum und Jojo dafür nach vorn. Das zahlte sich zunächst auch aus. Drei Minuten (38.) nach Wiederanpfiff wurde ein langer Ball auf Jojo gespielt. Sie lief sich schön frei und schob überlegt zum 2:0 ein. „Geht doch !“ dachte ich. Aber danach ging das Chancentöten munter weiter, so daß ich entnervt mein Notizbuch zuklappte. Negativer Höhepunkt die 44. Minute: Jojo war durch, lief völlig allein auf die Keeperin zu und hatte alle Zeit der Welt (s. Fotos unten). Ein Lupfer über die Keeperin ? Ein Schwenk zur Seite, um das leere Tor vor sich zu haben ? – Nix davon: sie entschied sich dafür, die Keeperin anzuschiessen !! Neiiin !!!! Jojo zählt in der Waldstadt zu meinen Lieblingsspielerinnen. Was mir aber in diesem Moment durch den Kopf ging, kann ich hier nicht wiedergeben. Wenigstens betrieb sie eine Minute später Wiedergutmachung, als sie überlegter handelte und auf 3:0 erhöhte. In der 46.Minute war es dann an Jette zu glänzen. Nach einer Ecke packte sie kräftig zu, bevor eine Gegnerin an den Ball kam. Nach 51 Minuten gab’s dann einen Blackout in unserer Hintermannschaft. Zwei Spielerinnen, die wie üblich „hier nicht genannt werden wollen“ fabrizierten ein Eigentor – nur noch 3:1. Aber bei allen Unzulänglichkeiten: unsere Mädels behielten die Spielkontrolle und so hatte ich nie das Gefühl, daß das Spiel noch kippen könnte. Aber was hatten unsere Mädels noch weiterhin an Möglichkeiten ?! Da fehlte nicht nur die Konzentration, sondern die BSC-Keeperin schien 100 Hände zu haben. Sie war die mit Abstand Beste ihres Teams.
Zu allem Überfluß kam in der zweiten Halbzeit auch noch ein Abseitsfestival dazu. Oft waren es sogar 1 1/2 Meter oder mehr ! Ich konnte nur den Kopf schütteln. Verzweifelt versuchte Tim, auf seine Mädels einzuwirken. Aber das ging in ein Ohr rein und durch’s andere wieder raus. Ich kenne Trainer, die hätten heute die Beherrschung verloren. Tim gehört gottlob nicht dazu. Zumal die Mädels in der Schlußphase (67.) zeigten, daß sie es doch können: per Doppelschlag erhöhte Mille auf 5:1


Jojo erzielt das 2:0


Medi (links) hakt sich ein


Jojo läuft allein auf’s Tor, aber …..


…..sie trifft NICHT !!!


Gedränge an der Linie


Medi auf dem Flügel


„….da gehst Du auf die Knie“


5:1 gewonnen, drei Punkte geholt, Pflicht erfüllt ! Soweit richtig. Und wie bereits erwähnt muss man den Mädels auch mal ein schwächeres Spiel zugestehen. Aber heute hatte es für meinen Geschmack schon Spuren von Arroganz ! Sorry, Mädels, ich habe Euch oft gelobt, aber heute muß ich mal den Finger in de Wunde legen. Ich weiß, wovon ich rede: ihr könnt Euch gern bei den Mädels der jetzigen B2 erkundigen, was das für ein Gefühl ist, wenn Du nach dem letzten Spieltag auf die Tabelle schaust und siehst, daß dir zwei Tore zur Meisterschaft fehlen. Wenn dir dann bewusst wird, daß du ein bis zwei Spiele dabei hattest, wo Du glaubtest, die Gegnerinnen mit links und 40 Fieber an die Wand spielen zu können, weißt Du auch, warum. Ich kann mich an deren Tränen nur zu gut erinnern. Klar, ich mecker hier auf hohem Niveau. Aber ich würde den Mädels auch keinen Gefallen tun, wenn ich Alles schönreden würde. Also zieht mit euren Trainern Tim Meyer und Bettina Stoof die Lehren draus. Anschließend werden sicherlich einen Haken hinter dieses Spiel machen: Henriette „Jette“ Grahlmann (TW), Antonia „Toni“ Kempe, Maximiliane „Maxi“ Schudek, Aimie Appelt, Paulina „Pauli“ Grüne, Elena „Elli“ Frieden, Friederike „Fritzi“ Knabe, Milaine „Mille“ Schewitza, Johanna „Jojo“ Thobe (SF), Medine „Medi“ Moll sowie Lucy Thiermann.


WENN MAN D’RAUS LERNT

Unsere C2-Ladies bekamen gleich am nächsten Morgen im Karli Gelegenheit zu zeigen, daß sie es besser können. Bei den Mädels von Babelsberg 03 war Pokalzeit angesagt. Und beim Pokal und seinen eigenen Gesetzen kann es auch dem Titelverteidiger (also unserer C2) passieren, bei zu wenig Konzentration gleich in der ersten Runde die Segel zu streichen. Dazu hatten unsere Turbinen natürlich keine Lust. Allerdings mussten sie auf die etatmäßige Kapitänin Johanna „Jojo“ Thobe verzichten. Lucy übernahm deren Kapitänsbinde und auch deren Rolle als Abwehrchefin. Jojo’s Platz im Kader übernahm D-Spielerin Leni „kleiner Pitbull“ Niemann. Sie machte ein klasse Spiel. Entsprechend ihrem Spitznamen fühlte sie sich gegen die durch die Bank größeren Gegenspielerinnen pudelwohl, konnte sie doch in den Zweikämpfen richtig „beißen“. Mit der heutigen Leistung empfahl sie sich für weitere Einsätze in der C2.


„Was hat der Schiri da ?“

Auch heute übernahmen unsere Mädels gleich das Kommando. Wenn auch nicht Alles klappte, so waren die Turbinen doch mit mehr Konzentration als gestern bei der Sache. So ergaben sich auch Chancen für Mille, Fritzi und Maxi, während Lucy den Laden hinten dicht hielt. Aber auch die 03er-Mädels hatten sich Was vorgenommen. So kamen sie in der 13.Minute über rechts und suchten den Abschluß, aber Jette tauchte rechtzeitig ab. Es folgte ein schöner Spielzug der Turbinen: ausgehend von Leni und Aimie kam der Ball zu Elli, die es mit einem Schlenzer versuchte. Da hat nicht viel gefehlt ! In der 20.Minute eine Szene, über die Trainer Tim sagte, sie gehöre zu 80% Elli: überragend holte sie auf rechts den Ball, gab ihn zu Toni, die ihn von zentral nach links zu Mille schickte -1:0 aus Turbinesicht. Das weckte auch die Gastgeberinnen. Sie zogen das Tempo an und unsere Defensive bekam zu tun. Herrlich, wie Aimie eine Gegenspielerin ablief bzw. Leni sich in einem Zweikampf durchsetzte. Vorn fand Mille nach einem schönen Drehschuß in der Keeperin ihre Meisterin. Nach 29 Minuten zeigten die Gastgeberinnen ihrerseits, was sie können. Aus dem Mittelfeld heraus starteten sie blitzschnell einen Angriff, setzten sich gegen unsere Abwehr durch und glichen zum 1:1 aus. Ich dachte so bei mir „das könnte noch spennend werden !“. Aber unsere Turbinen zeigten deutlich, daß sie darauf keine Lust hatten. Aimie zeigte eine 1A-Ballmitnahme, leider konnte sie ihren Schuß nicht im Tor unterbringen (31.). Eine Minute später schoß Maxi nach Elli-Vorlage auf’s Tor. Die Keeperin konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen und so trudelte der Ball zum 2:1 aus Turbinesicht ins Tor. In der Schlußminute der ersten Halbzeit kam Aimie schön über rechts, gab auf Toni und die auf Elli – 3:1. Ein guter Zeitpunkt für die Tore 2 + 3. Aber es war Pokal und da weiß man nie….. Anererseits war für mich die wichtigste Erkenntnis der ersten Halbzeit: dieses teilweise Larifari von gestern war heute nicht zu sehen. Auch oft ins Abseits rennen war heute kein Thema. Da haben die Mädels aus den Fehlern vom Vortag die richtigen Schlüsse gezogen.


Pauli auf Achse


Eine spielt Fußball, die Anderen stehen rum


Da staunen sie Bauklötzer, wie der Ball schwebt


Pärchenbetrieb


Wem gibt Pauli die Kugel ?


Fritzi geht Richtung Tor, Aimie (5) schaut zu


Der „kleine Pitbull“ Leni trickst Alle aus


…..und es hat „Zoom“ gemacht – 3:1


In der zweiten Hälfte bestätigten unsere Mädels den positiven Eindruck aus der Ersten. Elli’s Drehschuß konnte die Keeperin gerade so mit dem Fuß zur Ecke lenken (40.). Auch Maxi zeigte heute wieder Das, wofür ich sie schätze und war sehr präsent. Wie gewohnt, kam sie in der 45. über außen. In der Mitte lauerte Mille und im zweiten Versuch erzielte diese das 4:1. Eine Minute später gab Maxi den Ball schön von links nach rechts zu Aimie. Die zog ab – Lattenunterkante – Linie und leider wieder raus ! Das war Pech. Gerade Aimie hätte ich heute von ganzem Herzen ein Tor gegönnt. Noch in der selben Minute gab’s fast eine Kopie des 4:1 : wieder kam Maxi über links, wieder lauerte Mille in der Zentrale und wieder traf sie – 5:1 (46.). Nun war der Drops aber gelutscht. Trotzdem ließen die 03er-Mädels sich nicht hängen. So scheiterte Mille freistehend an der super reagierenden Keeperin. Aber Mille kann auch vorbereiten: In der 68.Minute stand sie mit dem Rücken zum Tor. Sauber nahm sie den Ball an und ließ ihn zu Fritzi abtropfen – 6:1. In der Nachspielzeit versuchten es die Gastgeberinnen noch einmal, aber Jette kam rechtzeitig raus. Somit endete dieses Pokalspiel mit dem 6:1-Sieg unserer Turbineladies. Trainer Tim meinte:“ der Gegner heute war stärker und dem haben sich die Mädels angepasst“. Komisch, das hat man über unsere Erste auch mal gesagt. Wie bereits erwähnt, gingen unsere Mädels heute mit einer ganz anderen Konzentration und Körpersprache ans Werk. Da machte das Zuschauen richtig Spaß. Vielleicht lag’s ja auch daren, daß das heute nicht nur ein Pokalspiel war, sondern auch ein Derby ! Trotzdem möchte ich aus einer homogenen Mannschaft mal drei Spielerinnen herausheben: Lucy hat Jojo als Kapitänin und Abwehrchefin hervorragend vertreten und gemeinsam mit ihren Nebenleuten Nichts anbrennen lassen. Aimie zeigte eine deutliche Steigerung zum Vortag. Viel konzentrierter ging sie sowohl in Offensive als auch Defensive zu Werke. Gerade deshalb hätte ich ihr heute ein Tor gegönnt. Na und unser „kleiner Pitbull“ Leni ? Da ich sie ja nicht erst seit gestern kenne, weiß ich ja auch, was sie drauf hat. Trotzdem imponiert es immer wieder, wie sie sich gegen größere Gegenspielerinnen in den Zweikämpfen durchsetzt und auch offensiv Akzente setzt. Als etatmäßige D-Spielerin betrieb sie heute in der C2 ’ne Menge Werbung in eigener Sache. Bleibt mir nur zu hoffen, daß unsere jungen Turbineladies aus diesem Wochenende die Erkenntnis mitnehmen, jeden Gegner ernst zu nehmen.


Elli ist am Zug


Toni (2) hat abgezogen, aber…..


Maxi (3) versucht’s auch…..


…..und nimmt’s mit Dreien auf


Pauli mittendrin statt nur dabei


Die Eine ist größer, aber der „kleine Pitbull“ ist schneller


„An Leni (14) kommt sie eh nicht vorbei“

Die nächste Pokalrunde erreichten an der Seite von Tim Meyer und Bettina Stoof: Henriette „Jette“ Grahlmann (TW), Antonia „Toni“ Kempe, Maximiliane „Maxi“ Schudek, Aimie Appel, Paulina „Pauli“ Grüne, Elena „Elli“ Frieden, Friederike „Fritzi“ Knabe, Milaine „Mille“ Schewitza, Medine „Medi“ Moll, Merle Ortmanns, Leni „kleiner Pitbull“ Niemann sowie Lucy Thiermann (SF).

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