Die Geschichte vom dunkelblauen Auge zu Jena

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Fotoshooting 300714 031Foto: Thomas Wimmer

 

Fanbusfahrt nach Jena zum BL-Spiel am 30.11.2014

Am 1.Advent blieb morgens genügend Zeit, um das erste Lichtlein anzuzünden, denn die kürzeste Fanbusfahrt der Saison stand an. Auch aus diesem Grund ließen sich diesmal sogar zwei Fanbusse befüllen, die sich weit nach dem Frühstück in Richtung Jena in Bewegung setzten.
Kalt war’s am Startpunkt, die wahre Fanleidenschaft wurde bei den Minusgraden auf die harte Probe gestellt.
Wärmer war es dann im Thüringischen. Dezente Plusgrade, dazu die grillwarme Rostbratwurst gepaart mit einem Becherchen Glühwein ließen die Erwartung auf ein gutes Ostderby erwärmen.
Nachdem den zahlreichen Turbinefans nach einem geduldigen Schlangestehen an der Stadionkasse Einlass gewährt wurde, kam die Ernüchterung bezüglich der freien Platzwahl. Im übersichtlich gefüllten Stadion (430 Zuschauer/innen) wurde den Gästefans der Block D im gefühlten Publikumsabseits zugewiesen, was Unverständnis über die seit der neuen Saison übliche Verfahrensweise auslöste. So blieb nur der ideale Ausblick auf die rechte Eckfahne, was sich später noch als Glücksplätzchen bewahrheiten sollte.

Das Spiel begann so lala, jedoch schwollen die Fangesänge nach dem ersten Turbinetor euphorisch an, auch wenn man nicht sofort klären konnte, wer die zu besingende Torschützin war. Andonova? Bremer? Nein – die zu diesem Zeitpunkt ungefeierte Nagasato war’s.
Danke, Asano!

Die Freude verebbte beim Ausgleichstor kurz vor der Halbzeitpause und wurde nur durch den Halbzeitstand der parallelen Partie zwischen Essen und Bayern etwas beseelt.
Säuerlich still und zum Weggucken zwingend dann die Elfmeterentscheidung für Jena! Aber es gab da noch die Getafe-erfahrene „Felix“, die souverän den Elfmeter hielt und damit ein riesiges Weihnachtsgeschenk an ihre Mannschaft und Fangemeinde verteilte. Im Nu mutierte „Felix“ zur Göttin und das Ernst-Abbe-Sportfeld wurde von den Fangesängen unsäglich verschluckt.
Danke, Felix!

Verschlucken taten sich dann auch die Fans, als das 2:1 für die Gastgeberinnen, aus einem Eckball heraus, fiel.
„Potsdam kann keine Ecken“, darüber war man sich im Potsdamer Fanblock sowas von einig, als eine Turbine am Eckfähnchen Position bezog. Außer… jetzt! Wesely sorgte eine Viertelstunde vor Spielende für den Spielausgleich.
Danke, Inka!

Zwischenfazit: Jede Mannschaft hatte nun jeweils ein Tor aus dem Spiel heraus und ein Eckball-Tor erzielt. Was beim gefühlten Ausgleich fehlte, war nur noch ein Elfmeter für Potsdam. Und da man sich mitten in der Weihnachtszeit befindet, wurde auch dieser Geschenkewunsch erfüllt. Simic durfte zum Elfmeterpunkt schreiten und zeigen, wie man – äh – Frau das macht. Ein 3:2 kurz vor Spielende.
Danke, Julia!

Summa summarum: Ein Arbeitssieg, bei dem Potsdam mit einem dunkelblauen Auge davonkam. Aufatmen bei den Fans, untermalt mit „Oh wie ist das schön“- Gesängen, die die Zitterpartie schön sangen. Sicherlich wurde das Ergebnis auch vom Trommelrekord beeinflusst, denn zum ersten Mal waren 7 Trommeln, teilweise jungfräulicher Art, am Start.

Und der Pokalschreck Essen verschreckte überraschend die Bayern, die mit einem 0:0 auseinandergingen und die Tabelle aus Potsdamer Sicht verschönerten.
Danke, Essen.

Somit ging das (1.Advents-) Licht nicht aus. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Susanne Lepke/30.11.2014