Der 8. Internationale AOK-Turbine-Hallencup – eine Herzensangelegenheit!

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Rückblick auf das fulminante Frauenfußball-Hallenturnier am18./19.Januar 2020 in der MBS-Arena

Passend!
8. Hallencup mit den Mädls
(Foto: sas)

Begeisterung pur beim 8. Internationalen Turbine-Hallencup

Wer den Frauenfußball liebt, muss im Januar unbedingt nach Potsdam reisen, denn an diesem Ort kann man ein mitreißendes und herzlich geprägtes Hallenfußballturnier erleben. Während das große Hallenturnier-Sterben (DFB-Hallenpokal in Magdeburg, Frauenturnier in Jöllenbeck) einsetzte, bäumte sich der 1. FFC Turbine Potsdam mithilfe des AOK-Hauptsponsors auf und richtete erneut dieses Zusammentreffen auf europäischer Ebene aus. Es wird in der Frauenfußballwelt viel lamentiert: man müsste.., man könnte…, man sollte … in Potsdam wird gemacht!

Abklatschen mit den Fans (Foto: saspa)

Vor acht Jahren entstand die Idee, einige Teams, denen man in der Champions League begegnet war, wiedersehen zu wollen. Fußball als Bindeglied – und ein lautstarkes Erlebnis dank seiner grandiosen Fans, die diese weibliche Sportart intensiv lieben.

Europa zu Gast in der Turbinefamilie

Zu den Stammgästen gehörte der AC Sparta Prag, die zum 8. Cup zum 8. Mal nach Potsdam reisten und vermutlich die Absicht hatte, den Pokalsieg des Vorjahres zu verteidigen.

Es gab weitere bekannte Vereinsgesichter, die nicht zum ersten Mal in Potsdam weilten:

  • FK Gintra Universitetas aus Litauen
  • Roter Stern Belgrad aus Serbien
  • KK Czarni Sosnowiec  aus Polen
  • Fortuna Hjørring aus Dänemark
  • SKN St. Pölten aus Österreich

Als Neuling wurde der FK Austria Wien begrüßt, eine weitere Mannschaft aus Österreich. Man kannte sich aus Testspielbegegnungen im Sommer, denn in der Alpenrepublik wird gern das Trainingslager von Turbine Potsdam abgehalten.

Begrüßung (Fotos: sas)

Und ein weiteres europäisches Land war vertreten: Italien. Es war ergreifend anzuzusehen, wie das eingeflogene Nachwuchs-U10-Team aus Neapel engagiert das Duell gegen kämpferisch starke Nachwuchs-Turbinen aufnahm.

Deutschland gegen Italien (Foto: sas)

Und die italienischen erwachsenen Fans waren eine Augenweide in der MBS-Arena, so feurig und enthusiastisch feuerten sie das eine oder andere Spiel an. Der Turbinefan Otto Röllig hatte sich organisatorisch ins Zeug gelegt, diese Begegnung an diesem Turnierwochenende den Kindern und deren Eltern und Trainerin möglich zu machen – natürlich unterstützt vom Verein.

Die italienischen Feierfans (Foto: sas)

Eine einzigartige Atmosphäre

Beide Turniertage waren von schnellen, technisch gekonnten und oft spannenden Spielen geprägt. Hier schaute man gern zu! Die Qualität war gestiegen, man näherte sich spieltechnisch und kämpferisch auf europäischer Ebene an. Und es ging enorm fair zu! Zum Wesen des Hallencups zählte auch, dass alle Mannschaften angefeuert und gelungene spielerische Aktionen mit Applaus wertgeschätzt wurden. Mitfiebern – stundenlang! Mit lautstarken Fangrüppchen aus Polen, Österreich und Italien!

Klara C. schreibt ihren Namen auf (Foto: sas)

Zum Wesen des Hallencups gehörte auch, dass neben den Torbienen auch Spielerinnen der Gäste-Mannschaften zur Autogrammstunde zur Verfügung standen und man Fanartikel der Gäste kaufen konnte. Einigen Potsdamer Edelfans wurde solche Mitbringsel von den Spieler_innen oder Trainer_innen persönlich an den Platz gebracht. Ja, an diesem Ort kennt man sich und erinnert sich gern:-)

Zu Gast waren auch wichtige Menschen wie einige Botschafter_innen der anwesenden Länder, die Brandenburgische Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam – und andere wichtige Menschen;-)

Ganz nebenbei ein heimischer Erfolg

Das Lieblingsteam des Turniers spielte brillant auf und begeisterte die Herzen der Zuschauer_innen. Die Turbinen marschierten souverän durch das Turnier. Alle Spiele wurden gewonnen und als der Ausgang einmal eher nach einem Unentschieden roch, richtete das „Fischi“. Als Torwartfrau zielte sie einfach auf das gegenüberliegende Torgehäuse und traf. Emotionen pur!

Aufenthaltsort des 8. Pokals: weiterhin Potsdam (Foto: sas)

Der Pokal blieb also in Potsdam, diese Art von Gastgeschenk wurde in diesem Jahr unterdrückt. Und er wurde irgendwie sehr klar und souverän erkämpft. Bahnt sich hier etwas für die Rückrunde der Bundesliga an?!

The best of …

Als beste Spielerin des Turniers wurde Anna Gasper geehrt, die sich nebenbei sehr gastfreundlich zeigte.  Ihre zweite Ehrung, nämlich die zur Torschützenkönigin, gönnte sie ausschließlich Isabelle Meyer vom SKN St. Pölten (trotz gleicher Trefferanzahl). Die beste Torhüterin entstammte ebenfalls dem Lieblingsverein – Vanessa Fischer hatte ihre Sache sehr gut gemacht.

Aber eigentlich…

waren diese sportlichen Ehrungen eher ein schmückendes Beiwerk des Turniers. Ein aufmerksames Beobachterauge nahm war, dass sich die Achtplatzierten ebenso über ihre Ehrung freuten wie vor ihnen platzierte Teams. Der Charakter dieses Hallenturnier ist das menschliche Miteinander, das Erfreuen an der wunderschönen Sportart, das Brennen für die Sache. Egal, welcher Platz!

Siegerehrung (Foto: sas)

im Team aufgefangen (Foto: sas)

Zwischen den Spielen

Die Unterhaltungseinlagen waren in diesem Jahr sportlicher Nachwuchs-Natur.

  • An einem anspruchsvollen Rope Skipping der Mädels aus Beelitz konnte sich erfreut werden, die versuchten, dem Kunstrasen-Untergrund zu trotzen und eine unterhaltsame Show zeigten.
  • Zu Gast war auch der HipHop-Tanz-Nachwuchs „Ebonyz“ aus Berlin, der für eine nette Abwechslung sorgte.
  • Und man konnte dem Nachwuchs von Turbine beim Spielen und Fighten auf dem Kunstrasen zusehen. Auch beim Siegen! Gegen die quirligen italienischen Mädels. Aber das ist eine totale Nebensache.

Am Rande beobachtet

Am Ende des ersten Turniertages musste noch eine Meisterleistung vollbracht werden: Wie konnte man bloß einen schnellen Überblick über die vierstelligen Losziffern erlangen, die alles andere als leicht zu merken waren? Nicht alle der lukrativen Preise fanden am Ende einen glückseligen Abnehmer oder Abnehmerin.

Potsdam scheint auch eine Kuchenstadt zu sein. Neben dem Angebot eines Kuchenbasars konnte man ein leckeres Torbienchen-Törtchen kaufen. Und wenn man gar auf die Idee kam, seinen Spielerinnen-Vertrag verlängern zu wollen, erweiterte sich der Durchmesser des Dankes-Törtchen. Wie erfreulich, dass Tory Schwalm und Gina Chmielinski ihre Verträge verlängert haben!

Die Moderation durch den Stadionsprecher Hartmut Behrenwald und traditionellen Gastkommentator und Radiomoderator Benny Hantschke war informativ und heizte an, solange alle Kabel am richtigen Ort steckten;-) Und die Musikauswahl trug ebenfalls zur Hexenkessel-Stimmung bei.

Was Potsdam noch ausmacht, insbesondere den darin wohnenden Verein 1. FFC Turbine Potsdam, ist das Hand-in-Hand-Gehen von engagierten Sponsoren, Organisatoren und anpackenden Fans. Letztere unterstützten in einer großen Anzahl die Auf- und Abbauarbeiten, sodass es diesmal mehr Helfende als Arbeit gab.

Aufbauarbeiten im Schnelldurchlauf

(Video: sas)

Vielen Dank an den Verein 1.FFC Turbine Potsdam für das erneute Möglichmachen dieses erlebenswerten Hallenturniers! Da auch die AOK als Hauptsponsor von der Stimmung und dem Charakter des Turniers begeistert war, versprach sie für 2021 eine Fortsetzung.

Voll dabei (Foto: sas)

Text: Susanne Lepke

Fotos: Saskia Nafe (sas), Christian Nafe (saspa), Marina Hartmann (maha), Susanne Lepke (sule)

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