Das war Werbung für den Mädchenfußball

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„Moin Moin Cup“ der SG Großziehten für E-Juniorinnen am 16.02.2014

Zunächst ein dickes Lob den Gastgebern! Anfangen vom äußerst preiswerten, aber trotzdem sehr schmackhaften Catering über den Hallensprecher (der Torschützinnen nur beim Vornamen nannte, was absolut passte) bis zur Tatsache, dass die Mädels nach der Siegerehrung im „Bonbon-Regen“ standen. Dazu die Stimmung und vor allem die Leistung der teilnehmenden Teams – ein Turnier, zu dem man gerne wiederkommt.

Nach den Ferien füllt sich auch wieder der Kader unserer Grashüpfer, so dass man fast von Bestbesetzung sprechen konnte. Ich habe die Mädels jetzt ein halbes Jahr begleitet, dabei habe ich einiges erlebt und gesehen, wie sie sich entwickeln. Aber diesmal hat es sogar mich von den Socken gehauen. Ich bekomme heute noch Gänsehaut. Aber der Reihe nach: Gespielt wurde in 2 Gruppen, bei 1 mal 10 Minuten. Unsere Mädels traten in Gruppe B an und traten dort zuerst auf Hertha 03 Zehlendorf. Es wurde ein Spiel auf Augenhöhe. Keeperin Lilo bewies trotz ihrer langen Abwesenheit, dass sie nichts verlernt hat und reagierte mehrmals großartig. Gleich zu Beginn zeigten unsere Grashüpfer, dass sie einen richtig guten Tag hatten: Emy prüfte freistehend die Keeperin, den zweiten Ball jagte Kerberchen zum 1:0 in die Maschen. In der folge hatten beide Teams gute Chancen und zeigten ein richtig gutes Spiel. In der 7. Minute eine Szene,  die sich im Turnier oft wiederholen sollte: ein klasse Zusammenspiel zwischen Kerberchen und Zwergie – 2:0. Mary und Kerberchen hatten noch weitere Chancen. In der Schlussminute gelang dann der „kleinen Hertha“ der Anschlusstreffer. Leider muss ich wohl zwischendurch vor Begeisterung vergessen haben mit zuschreiben. Das Spiel ging 3:1 aus und Zwergie schoss noch ein zweites Tor. Sorry Zwergie!

Im zweiten Spiel hieß der Gegner JSG FSV Berolina Stralau/Lichtenberg. In diesem Team wirkten nach meinem Eindruck einige F-Mädchen mit. Lilo musste einmal aus Nahdistanz parieren, ansonsten stand Berolina auf verlorenem Posten. Die Turbinchen spielten sich in einen Rausch: In der 2. Minute lief der Ball über Emy und Kerberchen zu Zwergie – 1:0. In der 4. Minute zog Kerberchen mal trocken ab ins lange Eck – 2:0. In der 5. Minute passte Kerberchen auf Zwergie, beim Abwehrversuch unterlief den Berolinas ein Eigentor – 3:0. Zwergie nach Pass von Lulu, sowie Rahel mit einem abgefälschten Weitschuss erhöhten auf 5:0. In der 8. Minute dann eine Premiere: Mary zog von der Seite ab und erzielte mit dem 6:0 ihr erstes Turbinetor. In der Schlussminute stellten Zwergie mit einem Schuss aus vollem Lauf, sowie Kerberchen den 8:0 Endstand her. Irgendwie taten mir die Berolinas leid. Nach 3 Spielen hatten sie 0:17 Tore. Aber wie MTK Hungary beim Turbinecup gaben sie nie auf und nach 2 Siegen wurden sie am Ende noch mit Platz 7 belohnt. Im dritten Spiel ging es gegen die zweite Vertretung des Gastgebers. Auch dieses Spiel wurde von unseren Mädels dominiert. Zunächst blieb Stella hartnäckig und kämpfte sich durch – 1:0. In der 4. Minute täuscht Emy einen Schuss an und passt stattdessen zur besser postierten Lulu – 2:0. In der 6. Minute schickte Nele einen langen Pass aus der Abwehr zu Zwergie, die sofort abzog. Leider kam Emy für den Nachschuss einen kleinen Schritt zu spät. 1 Minute später hatte sie mehr Glück: Von Zwergie wurde sie wunderbar freigespielt, guckte sich die Ecke aus – 3:0. In der 10. Minute passte Mary von außen nach innen, aber Rahel rutschte nur Zentimeter dran vorbei. Mit diesem Sieg war der Gruppensieg sicher und die Turbinchen konnten sich im letzten Spiel gegen Grün-Weiß Neukölln aussuchen, ob sie mit einer Niederlage Grün-Weiss oder bei einem Punktgewinn „die kleine Hertha“ mit ins Halbfinale nehmen. Und da Teamkollegin Luisa „Hertha“ Koch im letzten Jahr noch das Trikot von Hertha 03 trug, war die Sache klar. Ich brauche sicher nicht zu erwähnen, dass unsere Mädels von der Hertha Girls lautstark angefeuert wurden. Und so fackelten sie auch nicht lange: Nachdem Zwergie die Keeperin warm schoss, tat dies Kerberchen in der 2. Minute auch. Sie eroberte den Ball zurück, legte ab auf Zwergie und den Rest kann man sich denken – 1:0. In der 4. Minute war es umgekehrt: Zwergie  – Keeperin – und Kerberchen mit dem zweiten Ball – 2:0. In der 6. Minute gewann Kerberchen einen Zweikampf, aber diesmal stand die Keeperin richtig. Aber Grün-Weiss gab sich noch nicht geschlagen. In der 8. Minute knallte ein Schuss an die Latte und Lilo musste anschließend zweimal ihr können beweisen. Zwergie versuchte es nochmal mit einem Lupfer, den die Keeperin, aber mit einer Hand noch erwischte. In der 9. Minute wurden die Bemühungen der Gegner belohnt, als eine Bogenlampe sich hinter Lilo ins Tor senkte – 3:1. Nun hielten die Turbinchen den Ball klug in den eigenen Reihen und sicherten so den Sieg ab. Zufrieden klatschten die Hertha Girls Beifall. In Gruppe A holte sich der Ludwigsfelder FC in beeindruckender Weise ohne Gegentor die Sieg vor dem Friedrichshagener SV. Nachdem Hertha 03 im ersten Halbfinale gegen Ludwigsfelde mit 1:0 die Nase vorn hatte und der LFC das erste und einzige (!) Gegentor kassierte, trat unsere Ladies gegen Friedrichshagen an. Auch hier sorgten sie gleich für klare Verhältnisse. Ecke von Emy auf Kerberchen, Pass auf Zwergie – 1:0. Anschließend schlug Nele einen langen Ball aus der eigenen Hälfte. Emy verlängerte per Kopf auf Zwergie – 2:0, und das alles in der ersten Minute!! Aber der FSV verdaute den Schock und spielte sich frei. In diese Bemühungen hinein eroberte Kerberchen in der 6. Minute den Ball und zog mit einem unwiderstehlichen Antritt Richtung Tor und vollendete zum 3:0. Mein Gott, hatte meine Grashüpfer einen Lauf. Der FSV ging nun zur „Manndeckung“ über, aber das brachte außer 2 Chancen, die Lilo auf dem Posten sahen nichts mehr. Und so gab es im Finale ein Wiedersehen mit Hertha 03. Zuvor im Spielt um Platz 3 zwischen Ludwigsfelde und Friedrichshagen war bei diesen Teams doch deutlich zu sehen, dass sie am Ende ihrer Kräfte waren. So gab es ein 0:0 und der LFC setzte sich im Neuner-Schießen 1:0 durch.

Dann kam das Finale. Und es sollte zur Demonstration von „Turbine Power in Reinkultur“ werden. Emy erobert vorne den Ball, passt auf Zwergie, die zu Kerberchen – 1:0. Dann kam ein Pass auf Zwergie – 2:0. Da waren gerade 40 Sekunden gespielt!!! In der 2. Minute legt Emy auf Zwergie, die liegt zurück auf Kerberchen – 3:0. Ein Abwurf der Keeperin landete genau vor Zwergies Füßen, na und da lässt sich Zwergie nicht zweimal bitten – 4:0. Längst hatten die Turbinchen die Herzen der Zuschauer erobert und die Stimmung fing an zu „kochen“. Es war wie beim Turbinecup im finale gegen Bröndby. Nur das die Turbinchen für ihre 5 Tore nur 4 Minuten brauchten. Denn es gab noch einmal so ein schönes Zusammenspiel zwischen Emy, Zwergie und Kerberchen, was mit dem 5:0 endete. Ich dachte, ich bin im falschen Film und mir wurden die Augen feucht. Da kann einer sagen, was er will: Ich habe von unserer ersten in Magdeburg und der U17 in Gütersloh schon traumhafte Spiele gesehen. Diese Leistung unserer jüngsten reiht sich da nahtlos ein. In der 5. Minute hatten Emy und Zwergie noch je eine Chance. Nun schalteten unsere Mädels einen Gang zurück. Vielleicht waren sie von sich selbst erschrocken. Die Hertha Girls standen teilweise wie versteinert da. Aber unsere Mädels wollten sie im finale nicht demütigen, denn unsere E-Turbinen haben Charakter. Im Gegenzug zu den Nationalspielerinnen vom Brentanobad, wenn ich da an ein bestimmtes Spiel im Karli denke. So ließen die Mädels Hertha 03 ins Spiel kommen, ohne jedoch die Kontrolle aus der Hand zu geben. So konnten sich auch Lilo nochmal auszeichnen. In der 8. Minute konnte Hertha 03 nach einer Ecke durch Leonie auf 1:5 verkürzen. Warum ich das erwähne? Besagte Leonie trug die Nummer 12 und wurde beste Spielerin. In der Vorsaison trug noch unsere „Hertha“ dieses Trikot. Muss wohl am Trikot liegen. Zum Schluss bot sich Lulu noch eine Chance, aber da fehlten nur Zentimeter. Mit dem Schlusspfiff gab es für unsere Mädels Standing Ovations! Mein Gott, sie sind noch keine 11 Jahre alt und können schon solch mitreißenden Fußball spielen. Und da wird es Zeit, das ich Trainerin Bettina Stoof erwähne. Abgesehen davon, dass ich sowieso vor ihr absoluten Respekt habe, so schätze ich doch sehr, wie sie mit den Mädels umgeht. Selbst bei groben Fehlern würde sie die Mädels nie böse anschreien. Es gibt Trainer, die genau das tun. Sie erzählte mir, dass die Mädels manchmal maulen, wenn Konditionbolzen angesagt ist. Nun, bei diesem Turnier haben sie erlebt, was das bringt. Während andere Teams kräftemäßig nachließen, waren unsere Grashüpfer selbst im Finale taufrisch. Heute hat man auch gesehen, dass Zwergie nicht nur Tore schießt, sondern auch ein gute Vorbereiter ist. Und wenn es sein muss, hilft sie auch in der Abwehr aus. Und dann ein Wort zu Mary: Ich war doch überrascht, als sie mir erzählte, dass sie erst nach den Oktoberferien aktiv bei Turbine zu spielen begann. Das hat man nicht gesehen. Auch sie bot wie alle anderen eine klasse Leistung. Ja, auch das zeichnet diese Mannschaft aus: Neue bzw. jüngere Spielerinnen werden an der Seite von Zwergie, Kerberchen usw. mitgezogen und steigern sich automatisch. So etwas nennt man Teamgeist!  Bettina sorgt auch dafür, dass jedes Mädchen ihre Chance bekommt und findet immer wieder die richtige Mischung. Für Turbine und Mädchenfußball machten die beste Werbung: Lilo Röderstein, Luisa „Lulu“ Jungnickel, „Kerberchen“ Emily Kerber, Emily „Emy“ Roß, Alisa „Zwergie“ Grincenco, Nele Firchau (SF), Stella Hergt, Rahel Heretsch, sowie Mary Krüger. Wieder einmal wurde Zwergie beste Torschützin mit wieder einmal 10 Toren. Ob ihre Rückennummer „10“ als Warnung an ihre Gegnerinnen dienen soll? (grins)