Beim ersten Spiel – Tag der ausländischen Mitspielerinnen

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Die Begegnung begann bereits zwei Tage vorher mit der Talkrunde in der Fanlounge der Bahnhofspassagen, wo unsere Neuzugänge aus Hamburg, Jena, Köln und Sindelfingen von ihren Befindlichkeiten nach sieben Wochen Turbine-Training berichteten. Alle Vier machten einen lockeren und sympatischen Eindruck, wobei Antonia und Genoveva natürlich noch ein paar Verständigungsprobleme hatten, wenn es Antworten auf Deutsch sein sollten.

Ganz so euphorisch wie ein Fan auf oben genannter Veranstaltung meinte, der 7:0 tippte, war es am Ende dann doch nicht. Aber der aktuelle Meister der letzten drei Jahre legte einen Auftakt hin, der Mut und Hoffnung macht, auch 2011/2 ganz oben mitspielen zu können.

Obwohl Sara ihre Fussverletzung auskuriert hatte, musste sie trotzdem auf Grund einer Handblessur doch passen. Dafür stand unsere Neue, Ann-Katrin Berger, im Tor. Zu Beginn hatte sie eine kleine Unsicherheit, machte aber insgesamt ihre Sache sehr ordentlich und zeigte bei ihrem Debüt gleich, dass sie eine echte Alternative ist und man sich auf sie verlassen kann. Hier muss man in ihrer momentanen Verfassung Desi nicht hinterher trauern. Gewöhnungsbedürftig sind nur die Trikots, die doch verdammt an die BSR erinnern. Der Berichterstatter würde immer wieder die grünen Torwarthemden favorisieren.

Im Mittelfeld lieferte Neuzeugang Patricia eine solide Partie ab. Aber unbestritten der Star am ersten Spieltag im Karli war Genoveva, die aus Jena gekommen war und (warum soll es der Berichterstatter nicht zugeben) mit einiger Skepsis empfangen wurde, weil ihre Leistungen bei der WM (Chancenverwertung!!!) leicht schwankend waren – trotz Berufung in das All-Star-Team. Aber gleich ihr erster Auftritt zeigte, dass sie durchaus neben Yuki ein zweiter Publikumsliebling werden kann. Mit Yuki und Genoveva haben wir jetzt ein Sturmduo, das sehr schwer auszurechnen ist und durch seine Torgefährlichkeit beindruckt. Beide teilten sich kollegial (jeder zwei) alle vier Tore, wobei der Treffer zum 4:0 durchaus das Format zum Tor das Monats hatte. Deshalb sprach der Berichterstatter scherzhaft vom Tag der ausländischen Mitspielerinnen. Bemerkenswert war das bereits gute Zusammenspiel zwischen Yuki und Genoveva. Wenn nun noch Anja zu alter Stärke zurückfindet, dann sollte Turbine nicht wie 2009 auf das Torverhälnis angewiesen sein.

Bedauerlich ist nur, dass Yuki, genau wie ihre beiden anderen Weltmeisterkolleginnen aus der Bundesliga nun mit Japan zur Olympia-Quali muss. Aber es trifft nicht nur Turbine allein.

Wenn aufmerksame Beobachter des Spiels noch bedenken, wer nicht gespielt hat oder nur eingewechselt wurde, der merkt schon, dass es im Turbine-Kader in dieser Saison sehr viel mehr Alternativen gibt und bei eventuell notwendigen Umstellungen der Leistungsabfall hoffentlich nicht ganz so krass wie in der letzten Spielzeit sein wird. Diese neunzig Minuten haben gezeigt, dass Turbine für die schweren Spiele 2011/2 gerüstet ist und dem überall genannten Favoriten aus dem Brentanobad durchaus Paroli bieten können sollte. Es ist also möglich, die Abgänge der letzen Spielzeit vergessen zu machen.

Außerdem hat sich eine andere vorn zu erwartende Mannschaft weiter geschwächt, denn wie der Fachpresse heute zu entnehmen war, wechselt Inka Gings nach Russland.

Aber bei aller Euphorie muss man fairerweise feststellen, dass gestern im Karli die Gegnerinnen aus Hamburg doch eine große Menge zugelassen haben, woran auch unsere beiden ehemahligen Turbinen Marie und Jessi nicht viel ändern konnten. Während Jessi (sehr auffällig ihre in die Breite gegangene Statur) noch mit einige wenigen, wenn auch letzten Endes erfolglosen Soloeinlagen versuchte, die Potsdamer Abwehr zu erschrecken, kann sich der Berichterstatter an keine besondere Szene von Marie erinnern genau wie vom Hamburger Rest. Einzig und allein Torfrau Bianca Weech hatten es die Gäste zu verdanken, dass der HSV sich nicht noch mehr Gegentreffer einfangen musste. Genau wie bei den Männer scheinen auch die Frauen der Freien und Hansestadt schweren Zeiten entgegen zu gehen durch Umstrukturierungen und Etatkürzungen (z. B. Auflösung des Zweitliga-Teams).

Am Schluss seiner Ausführungen will der Berichterstatter noch etwas zum umgebauten und nun wohl fertigen Karli schreiben. Wie schon im CL-Halbfinale gegen den FCR, wo uns das ZDF einen Teil der Tribünenplätze „geklaut“ hatte, soll dies nun ein Dauerzustand durch die Einrichtung der neuen Presseplätze werden. Damit hat sich der Kampf um die Tribünenplätze weiter verschärft, der schon seit etwa zwei Jahren durch stundenlange Reservierungen ausgelöst wird. Dem könnte der Verein entgehen, indem er nur noch nummerierte Plätze verkauft.

GESCHRIEBEN ca. 17:40 – 22. August 2011

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