Gekämpft und verloren


Spielbericht zur F-Bundesliga-Begegnung Turbine Potsdam gegen den VfL Wolfsburg am 21.09.2019
Live und in Farbe – trotz „Sportschau“-Sekunden
Spitzenspiel im „Karli“ – bei bestem Fußballwetter! Strahlender Sonnenschein, nicht zu warm, nicht zu kalt. 2000 Zuschauer_innen strömten an dem spielvorverlegten Sonnabend ins Stadion, nach längerer Zeit mal wieder eine grandiose Zahl! Auch der Oberbürgermeister Mike Schubert gehörte zu den Zuschauenden.

Der Vorverlegung auf den Sonnabend winkte eine mindestens 30-sekündige Zusammenfassung in der ARD-Sportschau als Lohn. Die Allgemeinheit freute es dezent, den Kellermann ärgerte es… so die Presseberichterstattung. Am Ende waren es doppelt so viele Sekunden… die DFB-Medienoffensive kommt ins müsame Rollen;-)
Wie dem auch sei, das Spiel findet auf dem Rasen statt. Live vor Ort zu sein ist eh das Beste. Und wenn der Frauenfußball im „Karli“ zelebriert wird, dann sind emotionale Feuerwerke vorprogrammiert. Ganz besonders dann, wenn die beste Mannschaft der Liga auf die besten Fans der Liga trifft.

Quirliges Stadiontreiben vor Spielbeginn
Die Vorbereitungen liefen: Ein Fanbus aus Wolfsburg rollte ein. Die TP-Trommler_innen übten verbissen für die Trommel-Challenge, die die Physiotherapeutin und Fanmannschaftstrainerin Jessi ausgerufen hatte. Spieltipps wurden in Abstimmungsurnen eingeworfen, Stücke vom Kuchenbasar gekostet, QR-Codes für die Stimmabgabe im Sinne der Umweltaktion: TP-Pfandbecher anstatt Plastikmüll gescannt.


Die 1. Halbzeit
Und dann stürzten sich alle munter und energiegeladen in die Partie des 4. Spieltages. Wolfsburg war bisher der einzige Verein ohne Punktverlust aus den ersten drei Spieltagen. Es galt, sich selbstbewusst und kämpferisch entgegenzustellen – mit jugendlicher Leichtigkeit und Frische.
Aber Wolfsburg zockte souverän und begann eiskalt, in dem Gunnarsdottier aus 25 Metern einfach mal abzog und den Ball bereits in der 3. Spielminute an Fischis Händen vorbei versenkte. Tja, ein knallhartes 0:1 zum ernüchternden Wachwerden – wie ein eiskalter Waschlappen im Gesicht landend. Und Wolfsburg zielte weiter ununterbrochen aufs Tor, unsere Torbienen kamen kaum über die Mittellinie. Die Wölfinnen schossen unentwegt scharf rechts und links am Tor vorbei, und weil das nicht zum erwarteten Erfolg führte, hatte die Schiri ein Erbarmen und zeigte in der 35. Minute auf den Elfmeterpunkt. Die grandiose Spielerin Penille Harder, die am Ende des Spiels als „Player of the match“ gekürt wurde, trat an – und schoss vorbei! Ähm… ja…. Ein Wahnsinnsglück aus Potsdamer Sicht – und innere Genugtuung.
Kurz vorm Ende der ersten Halbzeit gab es dann eine wunderbar herausgespielte Torchance der Torbienen zu bewundern, als Gasper auf Prasnikar flankte und damit die Wolfsburger Abwehr ausknockte, jedoch Laras Kopfball nur die Latte berührte. Das ließ hoffen! Und so ging man mit diesem frühen und trotzdem unveränderten 0:1-Halbzeitstand in die Pause.
Diese 15-minütige Auszeitwurde u.a. für ein Fan-Duell genutzt: ein Wolfsburger Fan trat gegen den TP-Fan Dieter im Fußballweitschießen an. Wolfsburg gewann und Dieter freute sich über den Trikotpreis.
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Motivationspower (Foto: sas) -

Größenunterschiede (Foto: sas) -

Hoch hinaus (Foto: sas) -

Oh Mann! (Foto: sas) -

Heimspiel (Foto: sas)
Die 2. Halbzeit
Auf ging es in die zweite Halbzeit. Beide Mannschaften hatten in der Kabine einen längeren Trainertext zu hören bekommen. Wolfsburg wollte endlich mal das Tor treffen und damit den Sack zu mache. Potsdam wollte verbissener gegenhalten und vom Unentschieden träumen. Und so schoss Wolfsburg weiterhin munter und scharf rechts und links am Tor vorbei, manchmal auch direkt in Fischis Hände. Die Starspielerin Ewa Pajor kniete einmal flehend vorm Tor, nachdem sie eine dieser 110%-igen versiebt hatte.
Die Torbienen hielten in kämpferisch hochgradiger Haltung dagegen und kamen immer besser ins Spiel. Ein sehenswertes Fußballspiel, das mehr als eine „60-Sekunden-Sportschau“ wert war. Doch 15 Minuten vor dem Schluss sollte Pajors Sternstündlein kommen: Sie netzte aus kurzer und spitzwinkliger Distanz abgeklärt zum 0:2 ein. Nun ja, steter Tropfen höhlt nun mal den Stein…
Dann kochten die Emotionen hoch und die Gefühlsfluten traten über den Karli-Rasen. Ein Zusammenstoß der unermüdlich kämpfenden Anna Gasper mit Gretas Landsfrau Lindahl wurde von der Schiedsrichterin nicht als Strafstoß geahndet. Das führte zu Buh-Rufen im Publikum. Die bisher gefühlte einseitige Behandlung verstärkte sich immens. Wolfsburgs Fallschule zeigte im Gegensatz zu der Nutzung von Torchancen große Früchte.
Trotz des 0:2-Rückstandes und des psychischen Unmutes steckten die Torbienen nicht auf. Einfach ehrenhaft und großer Sport! Es kam nun tatsächlich zu guten Torchancen durch Gasper, Chmielinski und Zadrazil. Aber es sollte nicht sein. Nur Gunnarsdottir meldete sich vom Anfang zurück und beendete die Partie in der 90. Minute mit einem späten Treffer. Die Rahmenhandlung war gelungen…
Fazit
Das Ergebnis sagte nichts über die Spielqualität aus. Eine Niederlage, mit der die Mannschaft wie auch die Fans gut annehmen können. Eine Niederlage, bei der die Trikots schweißgetränkt gewaschen werden müssen.
Und die Fans wie auch die Torbienen haben Sveni Huth und Feli Rauch immer noch lieb.
Ausblick
Nun geht es am kommenden Sonnabend wegen der „Sportschau“-Sekunden nach Essen. Das wird eine spannende Partie, nachdem Hoffenheim gegen Essen einen 7:0-Kantersieg eingefahren hatte. Der Fanbus rollt.
Ach, Mädels, wir lieben euch!
Text: Susanne Lepke
Fotos: Saskia Nafe (sas) und Renè Teichmann – Herzlichen Dank!
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Begrüßungswinkewinke (Foto: sas) -

Größenunterschiede (Foto: sas) -

Oh – Anna! (Foto: sas) -

Jessis Mannschaft (Foto: sas) -

Wirbelwind Luca (Foto: sas) -

Kapitänshilfe für Lara (Foto: sas) -

Getapter Sprint (Foto: sas) -

Anna rennt schneller als Popp (Foto: sas) -

Unsere Torschützenkönigin (Foto: sas) -

Popps Streicheleinheit für Anna (Foto: sas) -

Kleiner Grashüpfer (Foto: sas) -

Klein, aber hoch (Foto: sas) -

Hoch hinaus (Foto: sas) -

Heimspiel (Foto: sas) -

Die Nachwuchshoffnung lässt die Erfahrene zurück (Foto: sas) -

Eine Frau großer Taten (Foto: sas) -

Eindeutig festgehalten! (Foto: sas) -

Frauenpower per excellence (Foto: sas) -

Früher Zweisamkeit – heute Duell (Foto: sas) -

Gina hat’s gleich im Rücken (Foto: sas) -

Ach, nu komm schon! Das war wirklich nichts! (Foto: sas) -

Ab durch die Mitte (Foto: sas) -

Graziler Schwebezustand (Foto: sas) -

Giftgrüne Landung (Foto: sas) -

Verloren (Foto: sas) -

Lara kennt keinen Schmerz (Foto: sas) -

Auswertungsrunde (Foto: sas) -

Die Kapitänin bedankt sich bei den Fans (Foto: sas) -

Herzenssprache ohne Worte (Foto: sas) -

Haarpracht beim Warmlaufen (Foto: sas) -

Klatschhilfe für Tory (Foto: sas) -

Freundinnen kann man nicht trennen (Foto: sas) -

Schmidti, Kiwic und Nielsen im Trialog (Foto: sas) -

Polizeigriff_Lehrstunde (Foto: sas) -

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On the Dancefloor mit Ex-Turbine Sarah Doorsoun (Foto: sas) -

Feli Rauch wie Qualm (Foto: sas) -

Anna kühlt ihr Aua (Foto: sas) -

Zum Fußballspielen braucht man keine Arme (Foto: sas) -

Kinderautogrammstunde (Foto: sas)


























































































Ich möchte Folgendes zum Veröffentlichen mitteilen:
2041 Zuschauer, mit der entsprechenden Frauenfußballneugier ausgestattet, unternahmen den Sonntagsausflug ins AOK-Stadion, darunter natürlich „10.000 Turbinefans“, so der spontan einsetzende Fangesang nach der Verkündung der Zuschauerzahlen durch den schnellsprechenden Stadionsprecher.
Das AOK-Stadion ist insgesamt eine hübsche und moderne Stätte. Alles im zarten Frühlingsgrün gehalten, selbst der Rasen ist grün. Einziges Manko ist das Sitzplatzgefühl auf der Gegentribüne, denn hier fühlt man sich eher wie bei Ryanair als bei der Lufthansa. Setzt man sich tatsächlich auf den Sitzplatz, versperrt ein fulminantes Stahlgestänge den Blick aufs Spielfeld. Aber bei solch einem Spitzenspiel sitzt man ja eh nicht…
Nach nur (zum Glück!) einer Nachspielminute entdeckte die Schiedsrichterin ihre Pfeife und die Jubelei brach los. Ein Unentschieden kann sich unterschiedlich anfühlen. Gegen Bremen erschien das Pünktchen wie eine gefühlte und frustrierende Niederlage, gegen Wolfsburg jedoch wie ein Sieg!
Auf der Rückfahrt gab es nach all dem Angestoße auch eine Geldsammlung für den Nachwuchsbereich von Turbine Potsdam. Die Spendendose trug aufrecht und wacker das Torwartmädchen Celine aus der E bzw. D-Jugend durch den Mittelgang des Fanbusses – und sage und schreibe kamen 300€ zusammen!


Wer eher auf einen Sonntagsnachmittagskaffeetisch aus war, wurde von der Schulklasse des Herrn Rudolph mit einem Kuchenbasar versorgt.
Es entspann sich ein schnelles und kampfbetontes, aber unerwartet faires Spiel! Die erste Torchance in der 3. Minute erarbeitete sich Potsdam, als Jojo Elsig nur knapp über das vernetzte Revier von Almuth Schult köpfte. Dann jedoch die totale Ernüchterung, als die Schiedsrichterin bereits in der 6. Spielminute auf den Wob-Elfmeterpunkt zeigte. Caroline Hansen nutzte diese Chance souverän, 1:0 für Wolfsburg, im Heimspielstadion!
Und die Partie verläuft weiterhin fair. Bei der „Oscar-Verleihung“ ging Alexandra Popp in diesem Jahr erfreulicher Weise leer aus. Die Wölfinnen hatten das sofortige Aufstehen nach Zweikämpfen irgendwie geübt. Es wurde auch kaum gemeckert, höchstens von der Wolfsburger Trainerbank aus.
Kurios war hierbei eine Beobachtung, als eine „doppelt-grüne“ Nummer 21 auf der Anzeigetafel der vierten Offiziellen aufleuchtete und daraufhin Tabbi Kemme (Nr.21) angefegt kam, um sich der Auswechslung hinzugeben. Grün heißt EINwechslung und doppelt-grün: Einwechslung für Wolfsburg… 





