Schiet Wetter – aber tolle turbinchen Teil 1

E-Junioren-Kreisklasse SG Geltow (m) – Turbine Potsdam 2:6
G-Junioren-Kreisklasse SV Rehbrücke (m) – Turbine Potsdam 14:5

22.4.2017 von Micha

WENN DIE ZWEITE REIHE STICHT

Ostern machte ich mit meinem Sohn Urlaub in Zinnowitz auf Usedom, um mal an etwas Anderes als Fußball und Turbine zu denken. Aber denkste – denn die Welt ist ein Dorf. Lief mir doch ausgerechnet dort meine kleine Lieblingsturbine Lucie Bulir aus unserer F-Jugend nebst Familie über den Weg. Manno, nicht mal im Urlaub hat man seine Ruhe (grins) ! Sachen gibt’s …. !
Aber nun bin ich ja wieder im Dienst. Über das Wetter in diesen Tagen brauche ich nicht viele Worte zu verlieren. Auch heute wieder mussten Aktive und Eltern mit allen vier Jahreszeiten innerhalb von zwei Stunden klarkommen. Aber immer noch besser als gar kein Wetter ! Zwar traten die Gastgeber mit einem „Mann“ weniger an, aber ein Großteil unserer Turbinchen hatte tags zuvor ein schweres Turnier in Seeburg. Leni’s Papa erzählte mir, daß sie beim Wecken regelrecht am Laken „klebte“, d.h. dreimal wachgerüttelt werden musste. Um so ausgeschlafener war sie auf dem Platz !
Aber das Turnier gestern zeigte zunächst Wirkung, denn unser Team war noch nicht richtig wach. noch in der ersten Minute mussten sie durch fehlerhaftes Abwehrverhalten die 1:0-Führung der Geltower Jungs hinnehmen. Aber das war der ultimative Weckruf ! Stück für Stück nahmen unsere Mädels das Heft des Handelns in die Hand. Stark im Spiel gegen den Ball, starke Zweikämpfe, miteinander reden und absolutes Teamplay – so wurden unsere Mädels dann auch offensiv stärker. So waren es in der 7. Minute Johanna bzw. Helena, jeweils mit Doppelpass, die den Keeper prüften. Als dann Elli zwei Minuten später sich gegen zwei Gegner durchsetzte und den Keeper prüfte, lag der Ausgleich langsam in der Luft. Und so fiel er nach 11 Minuten, als Johanna wunderbar zu Elli durchsteckte und diese in ihrer bekannten Art zum 1:1 einschob. Es war trotz des Wetters ein Spiel zum Warmwerden, da auch die Jungs ihr Bestes gaben. So wuselten sie sich in der 18. durch – Celine tauchte in die bedrohte Ecke ab, aber der Schuß ging vorbei, Die letzte Chance der ersten Hälfte hatte Fritzi mit einem Weitschuß (ihre Stärke) von rechts, aber es fehlten die berühmten Zentimeter. So ging es nach 25 Minuten mit 1:1 in die Pause und jeder der Umstehenden hatte das Gefühl, hier ist heute ein Dreier drin.
Deutlich wurde Das zwischen der 27. und 29. Minute, wo Folgendes passierte: Ein Schuß Johanna’s wird von der Linie gekratzt, mit dem zweiten Ball versucht Fritzi aus der Entfernung eine Bogenlampe – wieder fehlten nur Zentimeter. Und plötzlich tauchte Johanna frei vor dem Tor auf. Der Keeper konnte sie nur per Foul bremsen und es gab Strafstoß. Diese Chance ließ sich Svenja nicht nehmen und brachte unsere Grashüpfer 2:1 in Front. Unsere Mädels dominierten das Spiel, aber die Geltower Jungs konnten den einen oder anderen Nadelstich setzten. Nachdem ein Zusammenspiel zwischen Elli und Helena das Ziel verfehlte, bewies Celine nach einem Solo der Jungs starke Nerven, indem sie sich groß und breit machte und so den Schuß abwehren konnte. Nachdem ein Heber Johanna’s knapp drüber ging (35.), dachte ich: „es wird Zeit für’s 3:1“, welches nach 37 Minuten auch fiel: Eine Parade von Celine leitete einen Gegenzug ein, den Marsia mit dem 3:1 für Turbine abschloß. Trainerin Bettina stellte taktisch ein bisschen um. Aber bevor sich unsere Mädels neu sortierten, konnten die Jungs praktisch im Gegenzug auf 2:3 verkürzen. Aber unsere Turbinchen steckten das rasch weg. Minute 41: Geltow’s Abwehr bekam den Ball nicht weg und Johanna setzte sich durch – 4:2. Unsere Mädels blieben konzentriert bei der Sache. Zwei Minuten später brachte Leni einen Einwurf zu Johanna. Die schaute, sah Helena in Position und konzentriet vollendete diese zum 5:2. Längst vergaß ich das Wetter und hatte einfach nur noch Spaß. In der 45. spielte sich Johanna herrlich frei und vollendete zum 6:2-Endstand. Kurz vor Schluß war sie nochmal sehr aufmerksam, als sie einen Abwurf des Keepers abfing und ihr Schuß aber leider drüberging.
Was für ein geiles Spiel !! Auch wenn man die Unterzahl der Gastgeber in Rechnung stellt, so war ich mir doch auch am nächsten Tag mit allen Beteiligten einig: Unsere Mädels hätten auch gegen vollzählige Gegner gewonnen. Nun ja, man sah bei den Jungs doch ein Leistungsgefälle innerhalb des Teams. Bei unseren Mädels fiel wieder das Teamwork auf. Eine lief für die Andere. Und wenn ich an die rassigen Zweikämpfe von Elli und Leni denke, da ging einem das Herz auf. Überhaupt scheint sich unser kleiner Pitbull Leni am wohlsten zu fühlen, wenn ihr Gegenspieler wie hier zwei bis drei Köpfe größer ist. Den spielte sie schwindlig, auch wenn ich den Eindruck hatte, daß er hier und da doch etwas gehemmt war aus Angst, Leni wehzutun. Bis auf das Foul, das zum Strafstoß führte, war es ansonsten ein faires Spiel. Trainer Mike sagte mir: in seinen Augen machte Leni das Spiel ihres Lebens. Nun ja, ich hab‘ schon öfter so was von Leni gesehen. Das Spiel hat mich begeistert. Aber natürlich sah Trainer Mike Dinge, die ich als „Normalofan“ gar nicht mitbekomme. So hätte er sich von Fritzi und Johanna etwas Mehr gewünscht. Nun ja, es tut immer gut, mit ihm zu diskutieren. Ihn zeichnet eben aus, daß er nach solchen Siegen nicht alles super findet, sondern genau hinsieht, was zu verbessern ist. Er will die Mädels eben auch weiterbringen. Nun gut, Fritzi legte einen Tag später noch ’ne Schippe drauf und für Johanna hatte ich notiert: zwei Vorlagen, den Strafstoß rausgeholt und zwei Tore erzielt. Damit war ich als Fan völlig zufrieden. Beide Trainer lobten vor allem den Einsatz in den Zweikämpfen und das „Miteinander reden“.
Da Ferien waren, waren auch bei unseren Mädels nicht alle an Bord. Umso mehr fiel ins Gewicht und war auch Grundlage des Sieges, daß die sonstigen Einwechselspielerinnen Leo, Svenja, Helena und Marsia sich nahtlos ins Team einfügten. Diese Tatsache und das Erfolgserlebnis des Sieges waren auch wichtig „für den Kopf“. So erwärmten bei diesem Mistwetter mein Fanherz: Celine Bunde, Leni Niemann, Leonor „Leo“ Müller, Svenja Nolte, Helena Heymann, Marsia Jafari, Ellena „Elli“ Frieden, Johanna Thobe sowie Friederike „Fritzi“ Knabe.

VON FREUD UND LEID

Anschließend brachte mich „mein Fahrdienst“ in Gestalt von Celine’s Opa Andreas von Geltow nach Rehbrücke, wo unsere Turbineküken der U7 ihr erstes Rückrundenmatch zu bestreiten hatten. Zum Betreuerteam Mike & Kerstin gesellte sich mit Meline Andermann eine Spielerin unserer 3. Frauenmannschaft. Trainernachwuchs aus den eigenen Reihen ist immer gut.
Das Ergebnis lässt Schlimmes erahnen, aber ich und das Betreuerteam empfanden es nicht so. Klar, es war zu sehen, daß die Jungs gedanklich schneller waren, besonders im Umkehrspiel. Da ging es ruckzuck nach vorn, während es bei unseren Turbinchen doch mitunter kompliziert wirkte. Aber ich weiß, was die Mädels draufhaben und bin sicher: Das wird noch !
Die Jungs gingen sehr schnell 2:0 in Führung. Aber genauso schnell glichen unsere Mädels aus: erst nutzte Rieke einen zweiten Ball nach Ecke, dann landete ein Schuß von ihr aus dem Gewühl heraus zum 2:2 im Netz. Da waren gerade mal 4 Minuten gespielt. Außerdem wurde ein Schuß von Hermine von der Linie gekratzt. Aber ansonsten erwiesen sich die Jungs als doch zu stark. So erhöhten sie bis zur Pause (nach 20 Minuten) auf 9:2. Aber was soll’s ? Unsere Mädels kämpften und hatten selbst noch einige gute Möglichkeiten. Außerdem hatten sie eine tolle Maali im Tor, die mehrfach mit tollen Paraden (so 2x in Lisa-Schmitz-Manier bei
1:1-Situationen) dafür sorgte, daß es nicht schon zur Pause zweistellig war.
Zu Wiederbeginn tauschten Maali und Hermine die Positionen. Hermine bewies ja beim Turniersieg in Lehnin, daß sie auch eine tolle Keeperin ist. Auch sie zeigte mehrfach tolle Paraden, besonders in 1:1-Situationen. Trotzdem konnten die Jungs vom SV Rehbrücke bis zum Schluß ihr Konto auf 14 Tore erhöhen. Man muß einfach anerkennen, daß sie die effektivere Spielweise zeigten. Genauso muß man aber auch anerkennen, daß unsere Turbineküken nie kleinbei gaben und vor allem nicht den Spaß verloren. So konnten sie sich noch belohnen: eine Hermine-Parade war Ausgangspunkt zum 3. Turbinetor durch Henni. Ein Zuspiel von Lotte nutzte erneut Henni per Weitschuß zum Tor Nummer 4. Den Endstand zum 5:14 aus Turbinesicht besorgte Lotte nach einem Zuspiel von Maali.
Natürlich blutete mir als unserer Bambinis größter Fan das Herz ob der 14 Gegentore. Aber genauso war ich auf die Turbineküken stolz, weil sie nie aufgaben und so ja auch selbst 5 Tore erzielten. Vor allem die Art und Weise, wie die Mädels sich Chancen herausspielten und ihre Tore erzielten, zeigte, daß sie auf dem richtigen Weg sind. So zog ich trotzdem zufrieden von dannen und war gern bei Maaliyah „Maali“ Bartlau, Hermine Steffner, Lotte Mießner, Friederike „Rieke“ Ziemig, Elaine Kroh, Hailey Feuerherd sowie Henriette „Henni“ Knabe.