Lange Reise mit Unverständnis und Unentschieden – Spielbericht Freiburg-Turbine Potsdam vom 24.09.2017

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Wenn keine Spielverlegung mehr auftritt, dann war am Sonntag die erste von zwei Auswärtsfahrten ohne Fanbus pro Saison. Ich buche immer separat und bin also hin sowie zurück allein unterwegs. Dieses Mal im Freiburger Möslestadion angekommen, hatte ich dass Gefühl, dass noch weniger Turbine-Sympathisanten als sonst da waren. Ob es an den durchwachsenen Leistungen gegen Jena und in Duisburg oder der Bundestagswahl lag, lässt sich nicht feststellen und ist im Nachhinein auch egal.

Seit dem, trotz Sieges, miserablen Spiels im Duisburger PCC-Stadion gab es die grandiose WM-Quali mit einem 1:0-Selbsttor gegen Tschechien als Höhepunkt. Ein Glück, dass ich diese Partie genau wie die Slowenien-Begegnung nicht sehen konnte. Das über Presse, Funk und Fernsehen Gemeldete hat mir gereicht. Nun also Freiburg.

Da gilt für mich genau dasselbe wie nach Sand: PREIS GEHT VOR SCHNELLIGKEIT, was für die Hinfahrt bedeutete, 21:45 Uhr Flixbus. Die Reise war mit viel Schlaf, wenig Essen und noch weniger Lesen verbunden. Am Ende hatte der Doppelstockbus sogar knappe zehn Minuten Verfrühung.

Vom Spiel wäre schnell erzählt, wenn sich die letzten zwanzig Minuten vor Anpfiff nicht unglaublich gestaltet hätten. Da ich mit meinem Bericht knapp zwei Tage später schreibe, weiß ich nicht, ob sich schon in den einschlägigen Kreisen herumgesprochen hat, was da passiert ist. Wer das Möslestadion kennt, weiß, dass die Turbine-Fans immer auf der Haupttribüne auf Höhe der Mittellinie sitzen. Bis zum besagten Zeitpunkt war alles in Ordnung, bis uns Ordner bedeuteten, wir dürften dort nicht bleiben und bei Nichtfolgeleistung drohten sie mit Erscheinen der Polizei und der Managerin. Letztere kam wirklich, als wir uns weiter weigerten, einen Standortwechsel vorzunehmen. Entgegen Ihrer freundlichen Begrüßung im Programm auf Seite 5: „Der Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam, Trainer Matthias Rudolph sowie den mitgereisten Fans gilt mein herzlicher Willkommensgruß hier in Freiburg“, meinte Frau Bauer recht rüde, hier wäre kein Gästeblock und als Bimbo und Bernd Geräusche mit den mitgebrachten Klatschpappen erzeugten, reagierte sie noch säuerlicher: So etwas wäre hier nicht erlaubt. Bisher war ich immer sehr angetan von den Spielen in Freiburg (außer bei Turbine-Niederlagen), aber dies hatte ich noch nicht erlebt. Wenn es einen Gästeblock geben sollte, den es bisher nie gab, muss man das vorher kundtun und nicht erst kurz vor Spielbeginn. Frau Bauer ist schon ewig SCF-Managerin und hat sich bisher noch nie über uns Turbine-Fans beschwert, warum ausgerechnet am 24. September 2017? Die angedrohte Polizei hätte sich bedankt, wenn sie wegen solcher Lapalie tatsächlich erschienen wäre. Ohne ihr Ziel erreicht zu haben, ging Frau Bauer dann ergebnislos wieder weg, sichtlich zerknirscht. Und wir blieben sitzen und haben dann durch unser Verhalten auch keinen weiteren Anlass zu Klagen aus Freiburger Sicht gegeben.

Wie oben bereits erwähnt, lässt sich das Spiel kurz zusammenfassen. Wieder viele Chancen liegengelassen. Dazu kam, dass die seit längerem außer Form befindlichen Ese und Feli für fast alle Potsdam-Anhänger unverständlich weiterhin von Beginn an spielen durften. Aber die später eingewechselten Ehegötz und Schwalm waren auch nicht besser und konnten so nicht beweisen, dass sie eine brauchbare Alternative sind. Ob beim 1:1-Ausgleichs-Freistoß Fehler gemacht wurden. will ich nicht beurteilen. Aber aus dem bisher Geschriebenen lässt sich erkennen, dass mit viel Glück das Unentschieden gerecht war, denn Freiburg war der erwartet schwere Gegner, der noch ganz andere Mannschaften ärgern wird, und mich würde es nicht wundern, wenn es am Saisonende gar ein CL-Platz werden wird.

Text: Lutz Noeske
Bilder: Peter Tietze, Beatrice Martens

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