HARMLOS – HILFLOS – SINNLOS ODER OHNE TRAINER HABT IHR EINE CHANCE

DAS „HOFFENTLICH“ 1-malige COMEBACK DES BERICHTERSTATTERS

Wer kennt ihn nicht – den Berichterstatter, der in grauen, aber erfolgreichen Turbine-Vorzeiten die Spielberichte geschrieben hat, für die er während der Auswärtsfahrten viel Zustimmung geerntet hat. Irgendwann kam jemand um die Ecke und fand die Bezeichnung Berichterstatter nicht gut. Danach waren Artikel nur noch in der Ich-Form ohne den Namen Berichterstatter verfasst, bis er seine Aktivitäten ganz eingestellt hat, denn an seiner IT-Situation hat sich immer noch nichts geändert; er hat zu Hause in Berlin-Lichtenberg immer noch kein Internet…

Das Einzige was aber nach wie vor besteht, ist nach 2,5 Spielzeiten Corona-Pandemie seine Turbine-Leidenschaft, verbunden mit der Lust, sich noch Auswärtsfahrten anzutun.

Jetzt zu Beginn mal was Positives, wird aber leider das Einzige bleiben: Als der Berichterstatter sich vor dem ersten Heimspiel gegen den MSV Duisburg seine neue Dauerkarte für die Saison 2022/3 an Kasse 4 abgeholt hat, traute er seinen Augen nicht: Es war sein alter Platz im Block D – wie erhofft und bestellt. Das hieß also auch, wieder alle Aktivitäten des Auswärtsgegner auf dessen Auswechsel-Bank zu beobachten zusammen mit den anderen Turbine-„Bekloppten“, denn auch die hatte die Berichterstatter wieder um sich herum.

In der Halbzeitpause drehte sich der Berichterstatter um und sah eine Reihe höher wie immer in die Augen von Herrn und Frau Martens. Frau Martens sprach den Berichterstatter freundlich an, ob er dieses Mal etwas über dieses Spiel schreiben könne.

Nichts ahnend sagte er zu, denn nach der torlosen ersten Hälfte hatten alle noch Hoffnung auf einen Punktgewinn, obwohl es bis dahin schon eine katastrophale Turbine-Leistung war.

Schon bei der Fast-Blamage im Pokal gegen Viktoria in Berlin-Licherfelde konnte auch der gutwilligste Turbine-Fan sehen, dass die Mannschaft nicht bundeligatauglich ist, obwohl es da noch nicht so viele Verletzte gab. Vielleicht war das Urteil des Berichterstatters damals zu hart, aber er meinte, er hätte schon den ersten Absteiger gesehen. Nun sechs Bundesligaspiele weiter, ist dies a) keine Einzelmeinung mehr und b) auch gar nicht mehr so weit von der Realität entfernt.

Wie alle wissen, wohnt der Berichterstatter in Berlin und ist damit ziemlich weit weg, um die Lage bei Turbine korrekt beurteilen zu können. Was er aber vor, während und nach dem Spiel hören konnte, lässt ihn sehr nachdenklich werden und gibt zu der Befürchtung Anlass, dass mehr als nur der Abstieg am Ende der Saison steht.

Foto Turbine

Nun will der Berichterstatter aber der gestellten Aufgabe von Frau Martens nachkommen und sich der Freiburg-Pleite zuwenden.

Ob es die geneigten Leser dieses kleinen Artikels schlecht finden und sagen, der Kerl macht es sich zu einfach, wählt er diese Form der Analyse.

Er zitiert aus dem Artikel der Fußballwoche vom 31. Oktober 2022 auf Seite 42 des Autoren Rainer Fritzsche, denn er ist der Meinung, dass nicht jeder das gelesen hat und außerdem entspricht es ebenfalls 100%ig der Auffassung des Berichterstatters.

 „In der Verfassung wie gegen den SC Freiburg wird Turbine wohl bis zum bitteren Ende den letzten Tabellenplatz nicht mehr abgeben. Nach ordentlicher erster Halbzeeit, in der die Potsdamerinnen die spielerischen Vorteile des Gegners durch viel Laufarbeit weitgehend ausgleichen konnten, leistete sich die Elf von Trainer Sebastian Sebastian Middeke nach der Pause zu viele Fehler und kassierte die höchste Niederlage in dieser noch jungen Saison.

Selbst die treuesten Fans von Turbine mochten in der Endphase nicht mehr hinschauen und machten ihrem Unmut deutlich Luft. „Ohne Trainer haben wir e i n e Chance“, schallte es von der Haupttribüne. Durchaus denkbar, dass die Verantwortlichen des Potsdamer Bundesligisten vor dem so wichtigen nächsten Spiel bei der SGS Essen sich zum Handeln gezwungen sehen…

Nach der Pause brach dann das Unglück über den Tabellenletzten herein, häuften sich wieder die bekannten Unzulänglichkeiten und bestimmte Freiburg eindeutig das Geschehen. Beim Führungstor sah die gesamte Abwehr nicht gut aus, einschließlich Torsteherin Fischer, die nur zusah, wie der Ball auftippte und im langen Eck landete. Spätestens nach dem zweiten Treffer durch die eingewechselte Bouziane war die Partie entschieden. Die Gastgeberinnen steckten zwar nicht auf, doch Freiburg hatte jetzt Spaß am Kombinationsfußball gefunden, dem Turbine nichts mehr entgegensetzen konnte. Am Ende durfte man noch zufrieden sein, dass es nicht zu einem Debakel kam.“

Und unter einem großformatigen Farbfoto unserer „Torfrau“ stand nachfolgende Bildunterschrift: „Konnte die höchste Saisonniederlage nicht verhindern und wirkt selbst nach der Niederlagenserie zurzeit alles andere als souverän: Torhüterin Vanessa Fischer, die am Sonntag fünf Mal den Ball nach der Pause aus dem eigenen Netz holen musste.“

Foto Turbine

P.S.: Noch eine Kritik an die Turbine-Fans zum Schluß: Euer Protest gegen die Montagsspiele kommt zu spät. Mit dem neuen Fernsehvertrag werden diese um 19:30 bei Sport1 zu sehen sein.  Die allerletzte Bemerkung: So viele Worte wollte ich zu dieser Trauerveranstaltung eigentlich gar nicht verschwenden, wie es am Ende geworden sind.

Text: Lutz Noeske