„happy birthday, trainer“ – oder: zwei besondere Geschenke

B-Juniorinnen-Landesliga: Turbine Potsdam II – FSG Falkensee 4:0

30.3.2019 von Micha

B2-Trainer Matthias Storch hatte Geburtstag ! Dazu noch einmal herzlichen Glückwunsch ! Hatten sich seine Mädels deshalb etwas Besonderes vorgenommen ? Sah so aus, zumal zur Feier des Tages sich der bis dato ungeschlagene Spitzenreiter FSG Falkensee als „Geburtstagsgast“ angesagt hatte. Nun, zum Geschenke verteilen waren die Gäste bestimmt nicht angereist. Das selbe Duell gab’s ja in der Vorwoche schon einmal bei der U13 (3:1 für Turbine). Warum also sollte unsere B2 ihrem Trainer zuliebe bei schönstem Wetter nicht auch einen sonnigen Tag erwischen ?

„Vergatterung“

Die Partie der Vorwoche zeigte auch: wenn Du gegen die FSG Was holen willst, musst Du zuerst den Laden hinten dicht machen. So begann das Spiel mit dem berühmten „Abtasten“, d.h. das Spiel fand zunächst zwischen den Strafräumen statt. Die erste Chance gehörte dann den Gästen, bereitete aber Keeperin Anni keine Probleme (9.). Auf der Gegenseite hatte Lulu nach Jojo-Freistoß die Möglichkeit, schoß aber knapp drüber (10.). In der Folge beindruckten beide Teams durch viel Laufarbeit, was aber nicht unbedingt zu häufigen Strafraumszenen führte. Die FSG hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, konnte daraus aber kein Kapital schlagen, während auf Turbineseite Emi mit einem Weitschuß und Nessi mit einem Drehschuß das Ziel knapp verfehlten bzw. an der Keeperin scheiterten. So ab der 30. Minute entwickelten unsere Ladies mehr Zug zum Tor und hatten durch Lulu bzw. erneut Emi mit einem Weitschuß (beide von der Keeperin geklärt) gute Möglichkeiten. So endeten die ersten 40 Minuten mit 0:0 und ich würde sagen: beide Teams haben sich neutralisiert. Unsere Turbinen gefielen mir durch immense Laufarbeit (z.B. Nessi) und sicheres Stellungsspiel (Emi !) in der Abwehr. So hatte ich das Gefühl: hier geht heute Was ! – wenn denn unsere Mädels ihre Chancen in der zweiten Halbzeit auch nutzen.

Nessi (16) beim Abschirmen
Rahel (3/links) und Emi (hinten) halten Wache

„Anni hüpf“ – und sie hat Ihn

Nessi (16) auf dem Flügel

Die zweiten 40 Minuten begannen beide Teams mit offenem Visier. In den ersten drei Minuten zählte ich zwei Chancen für die FSG und Drei für unsere Turbineladies. Dann kam die 44. Minute und damit das erste „besondere Geschenk“: Rahel trat eine Ecke. Der Ball kam hoch und in einer Kurve hinein und war plötzlich drin – 1:0. Zwar hatte ich den Eindruck, daß eine FSG-Spielerin mit dem Hinterkopf den Ball unhaltbar abfälschte, aber offiziell wurde Rahel der Treffer gutgeschrieben und ich freute mich sehr für Rahel. Sie gilt als fleißig im Training und gehörte ja (wie Emi) zu jenem U11-Team, mit dem einst meine Zuneigung für unseren Nachwuchs begann. Mah sah es an den Gesichtern unserer Mädels – das gab Auftrieb und zwei Minuten später endete ein Emi-Solo erst bei der Keeperin. Die Turbinen entwickelten jetzt immer mehr Zug zum Tor. Auch wenn die FSG in dder 54. Minute die Chance zum Ausgleich hatte (bei der Anni 2x zupacken musste), übernahmen unsere Mädels mehr und mehr die Feldhoheit. Da aber von der FSG immer ein Konter zu erwarten ist, machte das Wort „nachlegen“ die Runde. In der 63. Minute war’s dann soweit: Lulu ging an einer Gegnerin vorbei und zog ab. Der Ball knallte an die Lattenunterkante und zurück ins Feld. Er setzte nochmal auf, so daß Ronni (sehr aufmerksam !) ihn per Kopf zum 2:0 über die Linie drücken konnte. Jetzt hatten die Turbinen endgültig Oberwasser und zwei Minuten später wae es Jojo, die nach einem schönen Spielzug mit anschließendem Gewühl im Strafraum auf 3:0 erhöhte. Die Körpersprache unserer Mädels sagte Alles: „die drei Punkte gehören uns !“, auch weil die FSG einfach keine Gegenmittel fand. Das wunderte mich doch ein wenig. Aber durch die tolle Laufarbeit waren unsere Mädels immer rechtzeitig da, wenn es galt, Löcher zu stopfen oder Passwege zuzustellen. Ach ja, und dann hatte ja Trainer Matthias Geburtstag ! Also dachte sich Rahel: „doppelt hält besser“ und machte ihm das zweite „besondere Geschenk“, denn wieder trat sie eine Ecke. Und diesmal segelte der Ball ohne Wenn und Aber zum 4:0 in die Maschen (70.). Nur mal zur Erninnerung: im Land Brandenburg wird in den AK C und B auf verkleinertem Großfeld mit Kleinfeldtoren gespielt. Da hat man also weniger „Trefferfläche“ und muß genauere zielen ! In den letzten 10 Minuten versuchten unsere Ladies das Ergebnis noch zu erhöhen und hatten noch zwei gute Chancen. Aber es blieb beim 4:0 und das reicht ja auch. Ich weiß gar nicht so genau, ob ich von der B2 schon einmal soich eine klasse Leistung gesehen habe. Die Leidenschaft, mit der unsere Mädels zugange waren – es war genau die selbe Leidenschaft, mit der unsere Erste bei Bernd Schröder’s letztem Heimspiel den VfL Wolfsburg mit 4:0 nieder rang. Da versteht es sich von selbst, daß Trainer Matthias Storch mit Clärchen um die Wette strahlte.

Jojo beim Freistoß

Lucy (13) beim Freistoß

Und die FSG ? Jeder Mannschaft passiert es mal, daß sie einen „gebrauchten Tag“ erwischt. Vielleicht waren sie auch ersatzgeschwächt. Eine ihrer Besten (ex-Turbine „Lele“ Winklhofer, Mitglied jenes E-Teams) konnte nur verletzt zuschauen. Aus alter Verbundenheit wünschte ich ihr gute Besserung. Ich hatte also mehr von der FSG erwartet. Aber diese erste Niederlage wird sie nicht umhauen. Vielleicht hat dieser „Schuß vor den Bug“ für sie ja auch sein Gutes. Bei unseren Turbinen herrschte Eitel, Freud‘ und Sonnenschein. Und so Mancher fragte sich, wo die B2 stehen könnte, wenn sie immer so konzentriert zu Werke gegangen wäre. Aber Scheiß drauf ! Der Moment zählte ! Und da haben die Mädels Trainer Matthias und natürlich auch sich selbst sehr glücklich gemacht. „Schuld“ daran waren heute: Annika „Anni“ Hanauer (TW), Rahel Heretsch, Emely „Emi“ Kerber, Johanna „Jojo“ Herholz (SF), Franziska „Franzi“ Knuth, Ronja „Ronni“ Hirsch, Marie Dursteler, Luisa „Lulu“ Jungnickel, Marija Vuletic, Lucy Heise sowie Vanessa „Nessi“ Storch.

Das Geburtstagskind mit Team
h.v.l.: Matthias, Marija, Franzi, Ronni, Marie, Lucy, Rahel
v.v.l.: Nessi, Lulu, Anni, Jojo, Emi