Dreimal Flutlicht

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Von Micha

Das Letzte zuerst: Eigentlich war für Dienstag Abend (6.11.) ein Flutlichtspiel unserer E1 beim SV Rehbrücke 05 II geplant. Irgend ein schlauer Kopf kam zwei Tage vorher auf die Idee, daß es in Rehbrücke ja kein Flutlicht gibt. So wurde das Spiel kurzfristig in die Waldstadt verlegt und ich stand verlassen in der Pampa. Nachdem ich von der Verlegung erfuhr, schaffte ich es gerade so von J.W.D. den Anstoß mitzuerleben. Als ich am Spielfeld ankam, führten unsere Mädels bereits 1:0. Unsere Grashüpfer hatten das Spiel im Griff und zeigten eine tolle Teamleistung. Völlig verdient gingen sie mit einem 4:1-Sieg vom Platz. Ein Auswärtssieg in der Waldstadt ! – hat man auch nicht alle Tage. Mehr kann ich Euch davon leider nicht berichten.
Dafür aber über die Abende vom 2.11. bzw. 5.11. und zwar über: Flutlichtturnier für E-Junioren (m) des FC Deetz
bzw. C-Junioren-Kreisklasse: SpG Ferch/Caputh (m) – Turbine Potsdam III 6:1

EIN „EINMALIGES“ TEAM

Dank der guten Beziehungen zwischen Turbine und dem FC Deetz wurden unsere Mädels zu diesem Jungsturnier (1×12 Minuten) eingeladen. Ein Grashüpfer-Turnier nach Einbruch der Dunkelheit – auch für mich mal was Neues. Da noch Ferien waren, begab es sich aber, daß Turbine mit einem bunt zusammengewürfelten Team hier antrat (u.a. Sara und Rieke vom Jahrgang 2010), welches aber altersmäßig komplett noch E-Jugend (U11) spielen könnte. So spielten unsere Mädels das erste und wahrscheinlich auch das letzte Mal in dieser Besetzung zusammen. Übrigens habe ich auch in den anderen Teams drei Mädchen gezählt. Gefreut hab‘ ich mich, als unser kleiner Wirbelwind Sara beim Vorstellen der Teams extra begrüßt wurde. Nun ja, ihr älterer Bruder spielt in Deetz Fußball und so ist Sara in diesem „Dunstkreis“ bestens bekannt. Übrigens vertrat Sara’s Mama Annika die verhinderte Trainerin Bettina Stoof.
Unsere Grashüpfer traten in Gruppe A an und trafen zuerst auf den ESV Lok Seddin. Es war zu sehen, daß sich unsere Mädels erstmal zusammenfinden mussten. Man sah aber auch, daß auch Celine im Turbinetor Verlass war. Ansonsten fand das Spiel weitest gehend im Mittelfeld statt. Und dort passierte es: ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld machte den Weg für den ESV in der 9. Minute frei und auch die gute Celine war machtlos – 0:1. Nun drehten unsere Turbinchen auf und hatten in der Schlußphase noch zwei Einschußmöglichkeiten. Aber trotz des guten Spiels unserer Mädels schafften sie es jedoch nicht, im Spielverlauf einen gezielten Torschuß abzugeben. So ging dieses Spiel nach 12 Minuten mit 0:1 verloren. Aber noch war Alles drin und entsprechend traten unsere Mädels auch auf. Zunächst zeigten sie Dies gegen die Jungs vom SV Empor Schenkenberg. Gleich mit dem ersten Angriff ergab sich für Phine die erste Chance, drei Minuten später für Rieke die Nächste. Man sah deutlich, wie unsere Mädels immer besser zusammen fanden. Mit der Spielweise unserer Grashüpfer kamen die Jungs zunächst kaum klar und so blieb ein Freistoß in der 8. Minute (bei dem Celine sicher und aufmerksam agierte) die bis dahin einzige nennenswerte Gelegenheit für den SV Empor. Aber die 8. Minute hatte es in sich: beim nächsten Empor-Angriff agierte unsere Hintermannschaft nach dem Motto: „Ich hab Ihn sicher, nimm Du Ihn !“ – und sowas darf „Frau“ sich gegen Jungsteams eben nicht erlauben – 0:1. Aber das stachelte den Ehrgeiz der Turbinchen erst recht an ! Gleich im Gegenzug kam der Ball zu Sara. Ausgerechnet Sara ! Haben die Gegner sie übersehen, weil sie „kaum größer als ein Grashalm“ – dafür aber verdammt schnell ist ? So hatte sie nur noch den Keeper vor sich und lupfte den Ball hoch ins Tor, auch wenn der Keeper die Fingerspitzen noch dran hatte – 1:1. Mama Annika an der Seitenlinie (und nicht nur sie) war ganz aus dem Häuschen. Da grad erst Halloween war, könnte man jetzt sagen „unsere Mädels haben Blut geleckt“. Zwei Minuten später nahm Jolien einen Pass sauber an, ging ein paar Schritte und versenkte den Ball zum 2:1 im langen Eck. Das stachelte jetzt natürlich wieder die Jungs an und für die letzten Spielminuten war wieder Celine gefragt. Einmal klasse im Herauslaufen und einmal im 1:1 – so sicherte sie das 2:1 für unsere Mädels ab und zeigte, warum sie zum Landesauswahlkader gehört.
Nun stand in der Gruppe noch das Spiel gegen den FC Deetz an. In unserer Gruppe war es sehr eng und so sollte noch ein Sieg her. Aber gleich beim ersten Angriff der Jungs bekam unsere Abwehr den Ball nicht weg und schon stand’s 0:1.Hmm, was jetzt ?! Nach fünf Minuten gab’s Ecke für unsere Mädels. Der Ball segelte herein, es gab Gewimmel vor dem Tor und schlußendlich drückte Elli den Ball zum 1:1 über die Linie. In der 8. Minute zeigten Elli und Jolien, warum auch sie Auswahlkader sind: auf rechts stürmend legte Elli den Ball quer vor’s Tor. Der Keepeer konnte nur abklatschen und Jolien stand da, wo eine Stürmerin stehen muss – 2:1. Die war dann auch der Endstand …….
….. und nun ging das Rechnen los. Schenkenberg, Seddin und unsere Turbinchen hatten jeweils 6 Punkte auf dem Konto. Aber das Torverhältnis sprach leider gegen unsere Mädels. Schade, wenn doch nur die unnötigen Gegentore nicht wären ! So zogen Schenkenberg und Seddin ins Halbfinale ein, wohin ihnen aus Gruppe B der BSC Süd 05 und der SC Staaken folgten (die dann auch ins Finale einzogen). Der FC Deetz und der TSV Treuenbrietzen bestritten das Spiel um Platz 7 (Sieger Treuenbrietzen) und unsere Mädels mussten sich mit dem Spiel um Platz 5 gegen den Werderaner FC zufrieden geben.
Und es wurde ein Spiel, wo das Zuschauen einfach Spaß machte – packend und emotional, woran beide Teams ihren Anteil hatten. Zunächst begann das Spiel für unsere Turbinchen wie die anderen Spiele auch – mit einem Gegentor, welchem ein Ballverlust im Mittelfeld voraus ging – 0:1 (2.). ich weiß nicht, ob sie Das immer brauchten (grins). Und nachdem Celine eine Minute später durch kluges Mitspielen unser Team im Spiel hielt, gab’s in der 5. Minute eine Kopie des 2:1-Siegtores gegen Deetz: Fritzi schlug den Ball lang auf’s Tor, der Keeper konnte nur abklatschen und diesmal stand Phine da, wo sie stehen musste – 1:1. Aber auch der Werderaner FC wollte dieses Spiel gewinnen und ging in der 7. Minute per Doppelschlag 3:1 in Führung. Vorausgegangen waren dem zwei (zugegeben geile) Angriffe über rechts mit präzisen Flanken ins Zentrum. Ein platzierter Kopfball und ein Mißverständnis in unserer Hintermannschaft taten das Übrige. Aber wer nun dachte, das war’s für unsere Mädels, sah sich getäuscht ! So wollten unsere Mädels das Turnire nicht beenden. Schon eine Minute später zeigte Elli, warum sie einst von mir den Spitznamen „Tornado-Elli“ bekam: Fast an der Mittellinie schnappte sie sich den Ball und los ging’s. Sie stoppte erst, als der Ball zum 2:3-Anschlußtreffer im Netz zappelte. Das setzte Kräfte frei ! So zeigte Jolien in der 9. Minute eine klasse Aktion, als sie den Ball halbhoch annahm, mit Gefühl und in der Drehung am Gegenspieler vorbei legte und los marschierte. Leider verfehlte ihr Schuß das Tor nur um Zentimeter. Das ware ein Tor wert gewesen. Da hatte Elli eine Minute später mehr Glück, als sie kurz vor der Grundlinie den Ball aus spitzen Winkel als Bogenlampe über den Keeper hinweg ins lange Eck jagte – 3:3. Ich würde sagen: Tor des Monats ! Was nun in den letzten Minuten folgte, war ein offener Schlagabtausch beider Teams, der das Zuschauerherz höher schlagen ließ (u.a. hatte Jolien noch eine Chance, jedoch ging ihr Schuß leider drüber). Dann war Schluß und ein 9-Meter-Schießen musste entscheiden. Nun ja, hier hatten leider die Jungs die besseren Nerven. Obwohl Celine jedes Mal in der richtigen Ecke war (einmal sogar noch dran), brachten die Werderaner ihre drei Versuche im Tor unter, während dies auf Turbineseite nur Tyra gelang.
Schade ! So wurde es Platz 6 und so sahen die Abschlußplatzierungen aus:
1. BSC Süd 05
2. SC Staaken
3. ESV Lok Seddin
4. SV Empor Schenkenberg
5. Werderaner FC
6. Unsere Turbine-Girls
7. TSV Treuenbrietzen
8. FC Deetz
Und das Fazit ?: Eingedenk der Tatsache, daß unsere Turbinchen das erste Mal in dieser Besetzung antraten, haben sie eine 1A-Leistung abgeliefert. Schade, daß es defensiv diese blöden Stockfehler gab, denn nach vorn ging die Post ab. In all ihren vier Spielen gerieten sie in Rückstand und in dreien gelang es ihnen zurück zu kommen (im Spiel um Platz 5 sogar nach 0:1 und 1:3). Das hat etwas mit Charakter zu tun ! Egal ob ich mit den Jungs vom BSC Süd 05 oder Trainern bzw. Eltern der anderen Teams sprach – bei Allen hatten unsere Mädels einen positiven Eindruck hinterlassen. Ich denke, bei allem Respekt gegenüber den Gegnern, unsere Grashüpfer wurden mit Platz 6 ein wenig unter Wert geschlagen. Aber so sind die Regeln und Fußball ist kein Wunschkonzert. Nur schade, daß dieses „einmalige“ Team in dieser Besetzung sicher nicht mehr auftreten wird, obwohl ich es mir wünschen würde. So brachten heute unter der Obhut von Annika Augsten eine „einmalige“ Leistung: Celine Bunde (TW), Henriette „Henni“ Knabe, Emma Türpitz, Lara Köcer, Josephine „Phine“ Schmich, Friederieke „Fritzi“ Knabe, Ellena „Elli“ Frieden, Jolien Franeck (SF), Sara Augsten, Tyra Stanischewsky sowie Friederike „Rieke“ Thiemig.


ein „einmaliges“ Foto mit einem
„einmaligen“ Team
h.v.l.: Henni, Lara, Fritzi, Phine, Tyra
v.v.l.: Emma, Elli, Celine, Jolien, Sara, Rieke

P.S. Einen Tag später trat unsere E2 ebenfalls in Deetz an bei einem Jungsturnier mit 15 Mannschaften. Platzierungsspiele wurden dort wohl nicht gespielt. Lt. Trainerin Annika belegten unsere jüngsten Grashüpfer einen Platz zwischen Rang 5 und 7. Alle Achtung !

EIN ETWAS „FALSCHES“ ERGEBNIS

Die äußeren Bedingungen waren heute etwas „grenzwertig“. Die Linien waren so gut wie gar nicht zu sehen, so daß der Schiri von je einem Elternteil beider Teams an den Seitenlinien unterstützt wurde. Na, und das Flutlicht war eher ein Funzellicht. Vielleicht lag’s ja am Naturrasen. Gleich nebenan gab’s ein Kunstrasen-Kleinfeld und dort war es bedeutend heller. Unsere C3 musste in dieser Saison schon eine Menge bitteres Lehrgeld zahlen. Das war heute nicht anders.
Es gibt so Dinge, die darfst Du dir als Mädchenteam im Jungsspielbetrieb nicht erlauben. So sollte z.B. „Frau“ beim Anpfiff hellwach sein – nicht unbedingt eine Stärke unserer C3. So waren sie noch gar nicht auf Touren, als die Jungs vom Anstoß weg unser Team überrannten und 1:0 in Führung gingen. Das dauerte ungefähr 10 Sekunden ! In der 3. Minute passierte das Selbe – 2:0. Daß es nicht schon nach 6 Minuten 3:0 für die Jungs stand, war Lesley bzw. Laura L. zu verdanken, die jeweils auf der Linie klärten. In der 11. Minute wehrte Lesley einen Schuß ab. Der Ball kam zu einem Gegenspieler, um den sich weit und breit keine Turbine kümmerte. So konnte er sich die Ecke aussuchen und die Jungs 3:0 in Front bringen. Ich dachte mir so meinen Teil. Aber plötzlich waren unsere Mädels wach und bekamen mehr Zugriff auf’s Spiel. Nach vorn waren sie jetzt zielstrebiger und erreichten Gleichwertigkeit. So ergab sich eine Chance für Fefe nach einer Ecke. Ihr Schuß strich aber nur knapp am langen Pfosten vorbei. Maxi zog in der 25. Minute einen Sprint an, den niemand stoppen konnte. Leider fehlte dann beim Abschluß die Präzision. Auch nach hinten wurde es jetzt besser. Jona und Lesley (Klasse im 1:1) spielten ihre U15-Erfahrung aus. So war es bei Abpfiff der ersten 35 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe, nur lagen die Jungs 3:0 in Front.
So wie unsere Mädels zum Ende der ersten Hälfte Oberwasser bekamen, setzten sie die zweite Halbzeit fort. In der 38. durchbrach Mary die gegnerische Abwehr. Ihren Schuß konnte der Keeper nur abklatschen und Lulu stand da, wo sie stehen musste – 1:3 aus Turbinesicht. Man sah dem Spiel an, daß es auf der Kippe stand. Zumal kurz danach ein Freistoß von Maxi an den Pfosten knallte. Wenn der gesessen hätte ….. So rächte es sich, daß unsere Mädels sehr hoch verteidigten. Ein weiter Abschlag – die Abwehr kam nicht hinterher – der Gegenspieler stürmte allein auf’s Tor zu – 1:4 aus Turbinesicht (43.). Unsere Turbinen wahrten das Gesicht und steckten zu keinem Zeitpunkt auf, auch wenn sie in der 62. und 63. Minute das 5:1 bzw. 6:1 für die Jungs hinnehmen mussten. Bis zum Schlußpfiff waren sie spielerisch gleichwertig. Das Problem war aus meiner Sicht: sie hatten immer wieder Probleme mit den langen Bällen der Jungs und leisteten sich doch den einen oder anderen individuellen Fehler zuviel. Trotzdem zeigten sie spielerisch eine sehr ansprechende Leistung und so fiel die Niederlage aus meiner Sicht zwei bis drei Tore zu hoch aus. Aber so ist das nunmal im Fußball: das Spiel beginnt mit dem Anpfiff und nicht erst 15 Minuten später. Die Trainer Chris Helwig und Marco Zastrow hoffen auf den entsprechenden Lerneffekt bei: Lesley Lergenmüller (TW), Eva Wuttich, Felina „Fefe“ Rüchel, Isabel „Isi“ Wagner, Nele Brüggemann, Laura Landweer, Maxine „Maxi“ Schwarz (SF), Amy „A.K.“ Kroh, Mary Krüger, Lya Bergemann, Jona Leske, Franziska „Franzi“ Helmke, Laura Jesse sowie Luisa „Lulu“ Jungnickel.
P.S. Daß Fußball ein Kampfsport ist, bei dem es auch körperlich zur Sache geht, wurde heute wieder deutlich: erst kugelte sich ein Spieler der Gastgeber bei einem Zweikampf im 16er die Schulter aus und später bekam Maxi bei einer Aktion einen Ellenbogen auf den Kehlkopf. Aber anstatt sich auswechseln zu lassen biß sie die Zähne zusammen und ließ als Kapitänin ihr Team nicht im Stich. War vielleicht keine so gut Idee, denn sie bekam zum Schluß kaum noch Luft und musste ins Krankenhaus. Einen Tag später war sie aber wieder auf dem Wege der Besserung. Ihr und natürlich auch dem Spieler der SpG Ferch/Caputh auf diesem Wege Alles Gute !